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Funktionen und Wertungen von Gewalt in der literatura gauchesca (1870–1888)

by Deniz Özcan (Author)
©2026 Thesis XII, 310 Pages
Series: Hispano-Americana, Volume 86

Summary

Wie wird Gewalt in der Literatur zur Erzählstrategie und was verrät sie über Gesellschaft, Geschichte und Identität? Diese Arbeit untersucht die Funktionen und Wertungen von Gewalt in der literatura gauchesca zwischen 1870 und 1888 anhand zentraler Werke aus Argentinien, Uruguay und Brasilien. Im Zentrum stehen die literarischen Repräsentationen der Gauchogemeinschaften im rioplatensischen und riograndensischen Raum. Mit textnaher Analyse und systematischer Kategorisierung zeigt die Studie, wie Gewalt funktionalisiert wird, um politische Botschaften zu vermitteln, nationale Erzählungen zu stützen oder bestehende soziale Ordnungen zu hinterfragen. Dabei eröffnet sie neue Perspektiven auf die Rolle der Literatur im Umgang mit kollektiver Erinnerung, Macht und Identität.

Table Of Contents

  • Umschlag
  • Schmutztitel
  • Hispano-Americana
  • Titelseite
  • Copyright-Seite
  • Inhaltsverzeichnis
  • Danksagung
  • Kapitel 1: Einleitung
  • Kapitel 2: Gibt es ‚die‘ Gewalt? Zur Problematik, Entwicklung und Definition des Gewaltbegriffs
  • 2.1 Summarischer Einblick in die Etymologie des Gewaltbegriffes
  • 2.2 Gewalt – ein diskursabhängiges Konstrukt
  • 2.3 Einblick in gegenwärtige Gewaltdiskurse
  • 2.4 Zum Umgang mit Gewalt in der vorliegenden Arbeit
  • 2.5 Analyseinstrumente zur Untersuchung von Gewalt in der Literatur
  • 2.5.1 Täter, Opfer, Gewalt- und Schmerzerfahrungen – Typische Merkmale von Gewalt in der Literatur
  • 2.5.2 Frage nach der Perspektive und Darstellungsart
  • 2.5.3 Gewalt und ihre emotionalen Wirkungspotenziale
  • 2.5.4 Reflexion zum Gewaltbegriff vor dem Hintergrund der literatura gauchesca
  • 2.5.5 Fazit: Funktionalisierung der vorgestellten Aspekte für die vorliegende Arbeit
  • Kapitel 3: Bildlich dargestellte Gewalt: Paulino Lucero (1872)
  • 3.1 Hilario Ascasubi und der Gaucho
  • 3.2 Zum Werk Paulino Lucero (1872)
  • 3.3 Beispiele der bildlich dargestellten Gewalt in Paulino Lucero
  • 3.3.1 „La refalosa“
  • 3.3.2 „Isidora la federala y mazorquera“
  • 3.3.3 Zur Gewalt der Unitarier: „Parte de Echagüe“, „Media caña del campo para los libres“ und „Media caña salvaje del Río Negro“
  • 3.4 Fazit: Funktion der bildlich dargestellten Gewalt
  • Kapitel 4: Heroisierung und Gewalt: Ismael (1888) und Santos Vega: dramas policiales (1880)
  • 4.1 Ismael (1888)
  • 4.1.1 Eduardo Acevedo Díaz – ein Romantiker, Historiker und Patriot
  • 4.1.2 Ismael (1888) – Teil eines literarischen Nationalprojektes
  • 4.1.3 Gewalt und Heroisierung in Ismael (1888)
  • 4.1.4 Fazit: Heroisierung durch Gewalt in Ismael
  • 4.2 Santos Vega: dramas policiales (1880)
  • 4.2.1 Eduardo Gutiérrez – Ein Feuilletonist gegen die Modernisierung Argentiniens
  • 4.2.2 Santos Vega: dramas policiales (1880)
  • 4.2.3 Santos Vega – Ein gaucho malo oder ein Held?
  • 4.2.4 Fazit: Gewalt und Heldentum in Santos Vega
  • 4.3 Vergleichendes Fazit: Gewalt und Heroisierungen in Ismael (1888) und Santos Vega (1880)
  • Kapitel 5: Gespräche über Gewalt: Los tres gauchos orientales (1872)
  • 5.1 Antonio Lussich
  • 5.2 Zum Werk
  • 5.3 Gespräche über Gewalt in Los tres gauchos orientales (1872)
  • 5.3.1 Einleitendes Gespräch über die Revolution
  • 5.3.2 Gewalt und politisches Weltbild
  • 5.3.3 Bedeutung von Gewalt im Namen des Kollektivs
  • 5.3.4 Gewalt als Ursache für bestehende materielle und soziale Missstände
  • 5.3.5 Geduld statt Gewalt – Ein Lösungsvorschlag zur Bekämpfung von sozialen Problemen
  • 5.3.6 Gewalt und Waffen
  • 5.3.7 Gewalt durch den Staatsapparat – Gesellschaftliche Exklusion und Sanktionen
  • 5.3.8 Gewalt und Doppelmoral
  • 5.3.9 Bewertung der Gewalt durch Luciano Santos
  • 5.4 Fazit: Zur Funktion der Gespräche über Gewalt
  • Kapitel 6: Gewalt zur Schaffung einer kollektiven Identität: O gaúcho (1870) und O vaqueano (1872)
  • 6.1 O gaúcho (1870)
  • 6.1.1 José de Alencar, der romantische Autor Brasiliens
  • 6.1.2 Alencars O gaúcho (1870)
  • 6.1.3 Gewaltsettings statt bildliche Gewaltdarstellungen
  • 6.1.4 Fazit: Funktion der Gewalt in O Gaúcho
  • 6.2 Apolinário Porto Alegre und O vaqueano (1872)
  • 6.2.1 Apolinário Porto Alegre
  • 6.2.2 O vaqueano (1872)
  • 6.2.3 Der Gaucho als idealisierte Figur und Bestandteil des Kollektivs
  • 6.2.4 Die Aufwertung des Mulatten, der Indigenen und Sklaven
  • 6.2.5 Gewalt zur Rühmung historischer Helden: Bento Gonçalves, David Canabarro und Giuseppe Garibaldi
  • 6.2.6 Fazit: Funktion der Gewalt in O vaqueano
  • 6.3 Vergleichendes Fazit: O gaúcho und O vaqueano
  • Kapitel 7: Schlussbetrachtungen
  • Literaturverzeichnis

Hispano-Americana

Geschichte, Sprache, Literatur

Herausgegeben von

Walther L. Bernecker, Elmar Eggert, Javier Gómez-Montero, Luz Elena Gutiérrez de Velasco Romo, José M. Navarro de Adriaensens, Dieter Reichardt, Friedhelm Schmidt-Welle, Susanne Schlünder, Angela Schrott und Jan-Henrik Witthaus

Band 86

Inhaltsverzeichnis

  1. Danksagung

  2. Kapitel 1 Einleitung

  3. Kapitel 2 Gibt es ‚die‘ Gewalt? Zur Problematik, Entwicklung und Definition des Gewaltbegriffs

    1. 2.1 Summarischer Einblick in die Etymologie des Gewaltbegriffes

    2. 2.2 Gewalt – ein diskursabhängiges Konstrukt

    3. 2.3 Einblick in gegenwärtige Gewaltdiskurse

    4. 2.4 Zum Umgang mit Gewalt in der vorliegenden Arbeit

    5. 2.5 Analyseinstrumente zur Untersuchung von Gewalt in der Literatur

      1. 2.5.1 Täter, Opfer, Gewalt- und Schmerzerfahrungen – Typische Merkmale von Gewalt in der Literatur

      2. 2.5.2 Frage nach der Perspektive und Darstellungsart

      3. 2.5.3 Gewalt und ihre emotionalen Wirkungspotenziale

      4. 2.5.4 Reflexion zum Gewaltbegriff vor dem Hintergrund der literatura gauchesca

      5. 2.5.5 Fazit: Funktionalisierung der vorgestellten Aspekte für die vorliegende Arbeit

  4. Kapitel 3 Bildlich dargestellte Gewalt: Paulino Lucero (1872)

    1. 3.1 Hilario Ascasubi und der Gaucho

    2. 3.2 Zum Werk Paulino Lucero (1872)

    3. 3.3 Beispiele der bildlich dargestellten Gewalt in Paulino Lucero

      1. 3.3.1 „La refalosa“

      2. 3.3.2 „Isidora la federala y mazorquera“

      3. 3.3.3 Zur Gewalt der Unitarier: „Parte de Echagüe“, „Media caña del campo para los libres“ und „Media caña salvaje del Río Negro“

    4. 3.4 Fazit: Funktion der bildlich dargestellten Gewalt

  5. Kapitel 4 Heroisierung und Gewalt: Ismael (1888) und Santos Vega: dramas policiales (1880)

    1. 4.1 Ismael (1888)

      1. 4.1.1 Eduardo Acevedo Díaz – ein Romantiker, Historiker und Patriot

      2. 4.1.2 Ismael (1888) – Teil eines literarischen Nationalprojektes

      3. 4.1.3 Gewalt und Heroisierung in Ismael (1888)

      4. 4.1.4 Fazit: Heroisierung durch Gewalt in Ismael

    2. 4.2 Santos Vega: dramas policiales (1880)

      1. 4.2.1 Eduardo Gutiérrez – Ein Feuilletonist gegen die Modernisierung Argentiniens

      2. 4.2.2 Santos Vega: dramas policiales (1880)

      3. 4.2.3 Santos Vega – Ein gaucho malo oder ein Held?

      4. 4.2.4 Fazit: Gewalt und Heldentum in Santos Vega

    3. 4.3 Vergleichendes Fazit: Gewalt und Heroisierungen in Ismael (1888) und Santos Vega (1880)

  6. Kapitel 5 Gespräche über Gewalt: Los tres gauchos orientales (1872)

    1. 5.1 Antonio Lussich

    2. 5.2 Zum Werk

    3. 5.3 Gespräche über Gewalt in Los tres gauchos orientales (1872)

      1. 5.3.1 Einleitendes Gespräch über die Revolution

      2. 5.3.2 Gewalt und politisches Weltbild

      3. 5.3.3 Bedeutung von Gewalt im Namen des Kollektivs

      4. 5.3.4 Gewalt als Ursache für bestehende materielle und soziale Missstände

      5. 5.3.5 Geduld statt Gewalt – Ein Lösungsvorschlag zur Bekämpfung von sozialen Problemen

      6. 5.3.6 Gewalt und Waffen

      7. 5.3.7 Gewalt durch den Staatsapparat – Gesellschaftliche Exklusion und Sanktionen

      8. 5.3.8 Gewalt und Doppelmoral

      9. 5.3.9 Bewertung der Gewalt durch Luciano Santos

    4. 5.4 Fazit: Zur Funktion der Gespräche über Gewalt

  7. Kapitel 6 Gewalt zur Schaffung einer kollektiven Identität: O gaúcho (1870) und O vaqueano (1872)

    1. 6.1 O gaúcho (1870)

      1. 6.1.1 José de Alencar, der romantische Autor Brasiliens

      2. 6.1.2 Alencars O gaúcho (1870)

      3. 6.1.3 Gewaltsettings statt bildliche Gewaltdarstellungen

      4. 6.1.4 Fazit: Funktion der Gewalt in O Gaúcho

    2. 6.2 Apolinário Porto Alegre und O vaqueano (1872)

      1. 6.2.1 Apolinário Porto Alegre

      2. 6.2.2 O vaqueano (1872)

      3. 6.2.3 Der Gaucho als idealisierte Figur und Bestandteil des Kollektivs

      4. 6.2.4 Die Aufwertung des Mulatten, der Indigenen und Sklaven

      5. 6.2.5 Gewalt zur Rühmung historischer Helden: Bento Gonçalves, David Canabarro und Giuseppe Garibaldi

      6. 6.2.6 Fazit: Funktion der Gewalt in O vaqueano

    3. 6.3 Vergleichendes Fazit: O gaúcho und O vaqueano

  8. Kapitel 7 Schlussbetrachtungen

  9. Literaturverzeichnis

Danksagung

Die vorliegende Arbeit wurde am 27.01.2025 von der Fakultät für Philologie der Ruhr-Universität Bochum als Dissertation angenommen. Mein besonderer Dank gilt Herrn Prof. Dr. Roger Friedlein, der mich während der gesamten Promotionszeit begleitet und mir mit seiner Zeit, seinem Engagement und seinem konstruktiven Feedback entscheidend weitergeholfen hat.

Im Rahmen des Projekts Diskurse über das Epos in den lusophonen Kulturen des 19. Jahrhunderts konnte ich einen Forschungsaufenthalt an der Universidade Federal do Rio Grande do Sul (Porto Alegre, Brasilien) absolvieren. Mein herzlicher Dank gilt Dr. Regina Zilberman für ihre Betreuung vor Ort. Gerade zu Beginn der Promotion war dieser Aufenthalt eine wertvolle Unterstützung beim Einstieg in das Thema.

Ich danke außerdem Jun.-Prof. Dr. Jasmin Wrobel für das Zweitgutachten sowie für den inhaltlich bereichernden Austausch, der meinen Blick auf das Thema erweitert hat.

Prof. Dr. Christian Grünnagel und Prof. Dr. Ritter danke ich herzlich für ihre Teilnahme an der Disputation und ihre wertvollen Anmerkungen.

Ein großes Dankeschön gilt auch Dr. Pedro Ivo Carneiro Teixeirense (Universidade Federal do Rio de Janeiro / Ruhr-Universität Bochum) für das Teilen seiner wissenschaftlichen Expertise und seine verlässlichen Hinweise als portugiesischer Muttersprachler. Frau Dr. Tülay Altun (Universität Paderborn) danke ich für ihre hilfreichen praxisnahen Ratschläge, die mir im Verlauf der Promotion sehr weitergeholfen haben. Den Kolleginnen und Kollegen des Lehrstuhls danke ich für den anregenden Austausch im Rahmen des wissenschaftlichen Kolloquiums.

Mein besonderer Dank gilt zudem den Freundinnen und Freunden sowie Kolleginnen und Kollegen der Gesamtschule Nord in Essen – insbesondere der Fachschaft Spanisch – für ihre stetige Unterstützung und Ermutigung.

Auch im privaten Umfeld haben mich viele Menschen in vielfältiger Weise begleitet. Da eine vollständige Namensnennung hier den Rahmen sprengen würde, danke ich ihnen allen an dieser Stelle von Herzen für ihren Beistand und ihre Geduld.

Dieses Buch widme ich meiner Frau und meinen Eltern, die mich mit bedingungsloser Unterstützung, Geduld und Liebe begleitet haben, sowie unserer Tochter, die bald auf die Welt kommt. Mit großer Vorfreude und Dankbarkeit.

Bochum, im Sommer 2025

Abstract

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Funktionen und Wertungen von Gewalt in der literarischen Darstellung der rioplatensischen und riograndensischen Gesellschaften und ihrer Gauchogemeinschaften in der literatura gauchesca zu untersuchen.

Details

Pages
XII, 310
Publication Year
2026
ISBN (PDF)
9783631944233
ISBN (ePUB)
9783631944240
ISBN (Hardcover)
9783631944226
DOI
10.3726/b23505
Language
German
Publication date
2026 (October)
Keywords
Gaucho literatura gauchesca Gewalt Rioplatensische Literatur Riograndensische Literatur Argentinien Uruguay Brasilien Nationalidentität historische Gewalt politische Gewalt Gewaltästhetik literarische Analyse 19. Jahrhundert Kulturgeschichte
Published
Berlin, Bruxelles, Chennai, Lausanne, New York, Oxford, 2026. xii, 310 S.
Product Safety
Peter Lang Group AG

Biographical notes

Deniz Özcan (Author)

Deniz Özcan promovierte 2025 an der Ruhr-Universität Bochum bei Prof. Dr. Roger Friedlein. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die gaucheske Literatur Argentiniens, Brasiliens und Uruguays, die Literatur des Siglo de Oro und die Literaturdidaktik. Derzeit ist er als Oberstudienrat an einer Gesamtschule in Essen tätig.

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