Acta Germanica
German Studies in Africa
Zusammenfassung
This volume brings together contributions on colonial memory, gender-based violence, identity, language, and didactics. It includes analyses of Max Annas' Berlin, Siegesallee, literary and cinematic representations of colonial violence in Namibia, Katharina Volckmer's The Appointment, as well as studies on multilingualism, phraseology, and the use of Afro-German slam poetry in language teaching. The focus on „Luther in Africa" explores the reception of Reformation thought in African contexts.
Leseprobe
Inhaltsverzeichnis
- Abdeckung
- Titelblatt
- Copyright-Seite
- Inhalt / Contents
- Editorial
- Editorial
- Verbrechen und Perspektive. Eine Untersuchung des historischen Kriminalromans Berlin, Siegesallee (2024) von Max Annas (Mikhaila Crous)
- Der Afrikabezug in Max Annas’ Werk
- Berlin, Siegesallee (2024): historischer Krimi?
- Fakt/Fiktion in der vielschichtigen Struktur des Romans
- Figurenkonstellation: (Nicht-)Zugehörige im Kaiserreich
- Die Perspektive des Unwahrscheinlichen
- Die Komplexität des Verbrechens
- Literatur
- Gewalt an Frauen in Deutsch-Südwestafrika. Realität und Fiktion der kolonialen Vergangenheit in historischen Romanen (Carmen Letz)
- Literatur
- Der afrodeutsche Poetry Slam postmigrantisch gelesen. Ein Vorschlag für den DaF-Unterricht im Sinne der Theorie des transformativen Lernens (Dominika Gortych / Kati Lüdecke-Röttger)
- Einleitung
- Transformatives Lernen als Theorie der Veränderung
- Irritationen durch afrodeutschen Slam im Sprachunterricht mit postmigrantischer Perspektive
- Praktische Umsetzung des Konzeptes
- Fazit: Chancen für den DaF-/DaZ-Unterricht
- Literatur
- Anhang
- Marie Luise Kaschnitz. Zwischen Bollschweil und südlicher Landschaft. Ein Nachklang zum 50. Todestag (Michaela Holdenried)
- Überzeitlichkeiten: Kant – Kafka – Kaschnitz?
- Wer war Marie Luise Kaschnitz? Wichtigste Eckdaten
- Frühe Anfänge: Überzeitlichkeit der Liebe in Elissa (1937)
- Südliche Landschaft – zu einem reiselyrischen Zyklus von Italien bis Griechenland
- Zeitgenossin Kaschnitz? Kurzgeschichten
- Hörspiele – Von der Mythosreflexion zum direkten moralischen Appell
- „Ewige Autobiographin“? Das autobiographische Werk
- Literatur
- „Die Wahrheit stieß zur Tür herein, und die Wahrheit stöhnte.“ Mediale Agitation, Propaganda und Autorinszenierung im Kontext von Gustav Reglers Saar-Roman Im Kreuzfeuer (Jeremias Stein)
- Im Kreuzfeuer (1934) – ein Saar- und Agitationsroman
- Propaganda, (Des-)Information und Zeichen des Terrors: Nachrichten aus dem Deutschen Reich
- Flugblatt und Flaschenpost
- Papierne Positionen und steinerne Mahnmale
- Literatur
- Körper als Leinwand der Identitäts(de)konstruktion. Das sprachliche Bild des Körpers im Roman Der Termin (2021) von Katharina Volckmer (Sebastian Maślanka / Agnieszka Klimas-Kownacka)
- Einleitung
- Literarisierte Körperlichkeit – zur Somapoetik der Literatur
- Körperlichkeit bei Volckmer
- Die sprachlichen Köperbilder in Der Termin – vor der Analyse
- Die sprachlichen Köperbilder in Der Termin – Geschlechterverhältnis in Nomina collectiva
- Die sprachlichen Köperbilder in Der Termin – Geschlechterverhältnis in Metaphern
- Die sprachlichen Köperbilder in Der Termin – Körper als etwas Autonomes
- Die sprachlichen Köperbilder in Der Termin – Körper als Erfahrungs- und Gedächtnisträger
- Schlussfolgerungen
- Literatur
- Frühe Bilanzschriften zum Anteil der Juden an der deutschen Kultur und Wissenschaft mit gendersensiblem Blick gelesen (Agnieszka Klimas-Kownacka)
- Einleitende Bemerkungen
- Frühe Bilanzierungsversuche der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
- Sammelbiografien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
- Kollektivbiografien zur Jahrhundertwende
- Bilanzschriften als Reaktion auf antisemitische Pamphlete – Antisemitismus vs. Antifeminismus
- Entwicklung der argumentativen Vorgehensweisen – von religiöser Perspektive zur Narration im Geiste der modernen Kulturgeschichtsschreibung
- Schlussbemerkungen
- Literatur
- Adäquatheit der Antworten in deutscher Sprache bei Kindergartenkindern mit polnischer Muttersprache (Joanna Franek-Zaborowska)
- Einleitung
- Sprachpolitik
- Entwicklungspsycholinguistische Aspekte des Kinderspracherwerbs
- Begriffserklärung
- Empirische Studie
- Untersuchungsergebnisse
- Analyse der Untersuchungsergebnisse
- Schlussfolgerungen
- Literatur
- Idiome in der gesprochenen und in der geschriebenen Sprache – Ergebnisse einer Korpusuntersuchung (Anna Sulikowska)
- Einleitung
- Funktionen der Idiome
- Mündlichkeit und Schriftlichkeit in der Phraseologie
- Mündlichkeit und Schriftlichkeit in der Sprache
- Idiome im gesprochenen und im geschriebenen Deutsch: Ergebnisse einer korpusbasierten Frequenzuntersuchung
- Ausgangsmaterial und Methode der Untersuchung
- Auswahl der Korpora
- Ergebnisse der Frequenzuntersuchung
- Zusammenfassung und Ausblick
- Literatur
- Luther, Faust und der Geist des Kolonialismus (Stephan Mühr)
- Einleitung
- Bibellektüre
- Der Teufelspakt
- Kolonialistische Ideologie des Unbedingten
- Literatur
- Protestantismus, Expansionismus und Weltkartografie. Formen, Widersprüche und Wandlungen der protestantischen Welterkundung (Jean Bertrand Miguoué)
- Einführung
- Religionen, Expansionismus und Territorialität
- Protestantismus, Umwälzungen und Emanzipation in Europa
- Protestantismus, Weltbemächtigung und koloniale Ordnung der Welt
- Fazit: Protestantismus, Reformation und Weltgeschichte Europas
- Literatur
- Luthers Erbe(n) und Erbschleicher in Westafrika. Die Christianisierung lokaler Sprachen in Westafrika durch die lutherische Mission zwischen Bemächtigung und Ermächtigung (Dotsé Yigbe)
- Einleitung
- Luthers Lehre in Westafrika im 19. Jahrhundert
- Die Christianisierung der afrikanischen Sprachen, der ‚Triebverzicht‘ und der symbolische Vatermord
- Die Entstehung der lokalen Kirchen und die Wiederkehr des Verdrängten
- Schlussbetrachtung
- Literatur
- Religiöse Sprache im Kontext von Mehrsprachigkeit. Ein Aufriss historischer und aktueller Konfliktfelder im Ausgang von Martin Luthers Bibelübersetzung (Gesine Lenore Schiewer)
- Welche Problemfelder werden in der Erforschung von religiöser Sprache und Kommunikation diskutiert?
- Kritik an Martin Luthers Bibelübersetzung im 18. Jahrhundert
- Ableitungen im Hinblick auf den Komplex von Religion, religiöser Sprache und Mehrsprachigkeit
- Schlussfolgerungen
- Literatur
- Anhang
- Synopse ausgewählter linguistischer Schwerpunkte „Sprache und Religion“
- Literatur und materielle Kultur. Afrikanische Ding-Objekte in Luthers Bibelübersetzung und ihre Modellierung in Levin Schückings realistischem Roman Luther in Rom (1870) (Constant Kpao Sare)
- Einleitung
- Luther und die afrikanischen Dinge – das Wissen über Afrika zu seiner Zeit
- Äthiopien, Gihon (Nil), Kandake und Morenland: Dinge aus Afrika südlich der Sahara
- Pharao, Silberling, Götzen: Nordafrikanische Dinge
- Africano antico rosso: Levin Schückings Kritik der Reformation im Kontext des kritischen Realismus und Religionskritik als kritischer Realismus
- Schückings Modellierung von africano antico rosso als Religionskritik
- Schlussbetrachtung
- Literatur
- Zwischen Humanismus und Kulturimperialismus. Zur Darstellung der anglikanischen Missionierung als Motor sozialen Wandels in Chinua Achebes Roman Okonkwo oder Das Alte Stürzt (Akila Ahouli)
- Einleitung
- Zum Anglikanismus
- Ethnografisches über die Ibo vor der Ankunft der Missionare
- Schule und Kolonialamt im Dienst der Evangelisation
- Evangelisation als Motor sozialer Umwälzungen
- Schlussbetrachtung
- Literatur
- Luthers Nachfolger in Afrika. Untersuchung zu Jens Johannes Kramers Roman Die Stadt unter den Steinen (Boameman Douti)
- Einleitung
- Literarische Verarbeitung der missionarischen Tätigkeiten in Ghana
- Handlungen der missionarischen Figuren aus postkolonialer Sicht
- Schlussfolgerung
- Literatur
- Jenseits der geistlichen Arroganz. Fararas Roman Les Hommes se cachent pour pleurer: Eine von Luther inspirierte Schrift? Eine interkulturelle Untersuchung (Mantahèwa Lebikassa)
- Einleitung
- Priester Kuecken, Gottesdiener in Soutane und Satansdiener im Wesen
- Pater Raphael Barmherz als Verkörperung von Luthers Priesterwesen
- Tod des Priesters Kuecken und Bouyos Gefangennahme als Bestrafung wegen Verstoßes gegen das Heilige bzw. das Sakrale
- Schlussbetrachtung
- Literatur
- Buchbesprechungen / Book Reviews
- Zur Kolonialität von Kupfer. Eine situierte Mediengeologie der Mine in Tsumeb. Campus Verlag 2024 (Bruno Arich-Gerz)
- Von Noam Gramlich, Frankfurt a.M.: Campus Verlag 2024, 310 S., 45 €
- The Distance Within. Göttingen: Steidl Verlag 2024 (Heike Becker)
- By Nicola Brand, Göttingen: Steidl Verlag 2024, 392 pp., 75 €
- References
- Narrating Africa – Narrating Namibia. A Multifaceted Approach. Basel: Basler Afrika Bibliographien 2025 (Carmen Letz)
- Herausgegeben von Julia Augart, Madeleine Brook, Stefanie Hundehege und Nelson Mlambo, Basel: Basler Afrika Bibliographien 2025, 222 S., 32,99 €
- Notes on Contributors
Editorial
Es ist mir eine Freude, die Herausgeberschaft dieser Zeitschrift zu übernehmen. Nachdem ich mehrere Jahre im Redaktionsteam mitgewirkt habe – zunächst als Assistentin von Carlotta von Maltzan und später als Mitherausgeberin – bin ich den Mitgliedern des SAGV für das mir entgegengebrachte Vertrauen sehr dankbar und freue mich darauf, die Zeitschrift in den kommenden Jahren weiterzuführen. Mein herzlicher Dank gilt meinem Vorgänger Cilliers van den Berg für seine engagierte Arbeit, die das wissenschaftliche Profil und die Gemeinschaft der Zeitschrift nachhaltig geprägt hat. Ich freue mich darauf, diese Tradition gemeinsam mit unserem Redaktionsteam und den Autorinnen und Autoren fortzusetzen.
Der 53. Band der Acta Germanica folgt der 30. SAGV-Tagung „Alternative Wahrheit(en) und Realität(en) in Zeiten des Wandels“, die an der University of Namibia stattfand. Angesichts komplexer globaler Krisenberichterstattung rückte die Tagung die Frage nach konkurrierenden Wahrheiten, Erinnerungskulturen und der Repräsentierbarkeit gelebter Realitäten ins Zentrum. Die Konferenz zeigte, wie schwierig die Unterscheidung zwischen faktischer Darstellung, digital zirkulierenden Wahrheitsansprüchen und individuellen Erfahrungen geworden ist und wie zentral literarische, mediale und didaktische Perspektiven für eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Spannungsfeldern sind.
Diese Acta Germanica zeigt einmal mehr die Vielfalt und Lebendigkeit aktueller Forschungsansätze in der deutschsprachigen Literatur- und Kulturwissenschaft, der Sprachdidaktik sowie der Linguistik – ebenso wie die Vielfalt seiner Beitragenden, die Institutionen aus Europa (Frankreich, Deutschland, Polen) und Afrika (Benin, Kamerun, Südafrika, Togo) vertreten. Ich freue mich, die Tradition fortzuführen, die Beiträge in einer Sektion „Afrika schreiben“ und einer Sektion „Allgemeine Beiträge“ zu bündeln. In diesem Jahr kommt ein Schwerpunkt „Luther in Afrika“ hinzu.
Im eröffnenden Beitrag der Sektion „Afrika schreiben“ zeigt Mikhaila Crous, wie Max Annas’ Berlin, Siegesallee (2024) das historische Kriminalgenre nutzt, um koloniale Gewalt zu reflektieren und multiperspektivische Erinnerung an Schuld und Geschichte zu ermöglichen. Carmen Letz untersucht Darstellungen geschlechtsspezifischer Gewalt im kolonialen Deutsch-Südwestafrika und macht deutlich, wie Literatur und Film zur kritischen Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit beitragen und ihre geschlechtlichen Dimensionen sichtbar machen. Dominika Gortych und Kati Lüdecke-Röttger schlagen einen innovativen Ansatz für den DaF-Unterricht vor, der afro-deutsche Slam-Poetry einsetzt, um transformative Lernprozesse, kritisches Bewusstsein und kommunikative Kompetenz durch postmigrantische Perspektiven zu fördern.
Im Abschnitt „Allgemeine Beiträge“ widmet sich Michaela Holdenried der Entwicklung von Marie Luise Kaschnitz – von frühen, teils als eskapistisch kritisierten Texten hin zu ihrem gesellschaftlich engagierten Nachkriegswerk – und hebt ihre anhaltende literarische und ethische Bedeutung hervor. Jeremias Stein analysiert Gustav Reglers Im Kreuzfeuer (1934) als Beispiel politischer Literatur und Selbstinszenierung im Kontext der Saarabstimmung von 1935. Sebastian Maślanka und Agnieszka Klimas-Kownacka lesen Katharina Volckmers The Appointment (2021) als somapoetische Auseinandersetzung mit Identität, Trauma und Holocaust-Erinnerung durch die Sprache des Körpers. Agnieszka Klimas-Kownacka untersucht spätaufklärerische und frühromantische Texte, die jüdische Beiträge zur deutschen Kultur verteidigen, und stellt dabei vernachlässigte weibliche Perspektiven ins Zentrum der entstehenden kulturhistorischen Debatten. Joanna Franek-Zaborowska erforscht, wie polnische Vorschulkinder auf deutschsprachige Fragen reagieren, und liefert Einblicke in frühe Mehrsprachigkeitsentwicklung und die Umsetzung europäischer Sprachpolitik. Anna Sulikowska überprüft anhand einer Korpusanalyse die verbreitete Annahme der Dominanz der Mündlichkeit in der Phraseologie, indem sie Häufigkeit und Verteilung von Idiomen in Schrift und Mündlichkeit vergleicht.
Der vorliegende Schwerpunkt „Luther in Afrika“ geht auf die Humboldt-Stiftungstagung Nachklänge der Reformation. Zur Martin-Luther-Rezeption in Afrika zurück, die 2022 in Lomé (Togo) stattfand; er untersucht die vielfältigen Nachwirkungen von Luthers Denken in afrikanischen und globalen Kontexten. Die von Akila Ahouli und Cilliers van den Berg gemeinsam gesammelten Beiträge zeigen, wie lutherisches Gedankengut in kolonialen, missionarischen, theologischen und literarischen Kontexten rezipiert, umgeformt und kritisch hinterfragt wurde: Stephan Mühr beleuchtet das Zusammenspiel von Luther- und Faust-Motiven als Symbole für Moderne und koloniale Ambition; Jean Bertrand Miguoué analysiert die protestantische Expansion und ihren Einfluss auf Weltentwürfe und globale Kartographien; Dotse Yigbe erforscht die lutherische Missionslinguistik in Westafrika als zugleich kulturellen Bruch und Empowerment-Prozess; Gesine Lenore Schiewer reflektiert Luthers Bibelübersetzung im Hinblick auf religiöse Sprache, Mehrsprachigkeit und Macht; Constant Kpao Saré arbeitet übersehene afrikanische materielle Spuren in Luthers Bibellexikon und deren spätere literarische Wirkung heraus; Akila Ahouli untersucht das ambivalente Erbe lutherisch inspirierter anglikanischer Missionsarbeit in Achebes Things Fall Apart; Boameman Douti analysiert durch Missionare vermittelte ethnographische und linguistische Wissensproduktion in Jens Johannes Kramers Westafrika-Roman; und Mantahéwa Lebikassa liest Fararas Les hommes se cachent pour pleurer als Luther-inspirierten Beitrag zur Kritik kirchlicher Macht und zur ethischen Humanität. Zusammen beleuchten diese Beiträge die komplexen, oft paradoxen Schnittstellen zwischen reformatorischem Erbe, kolonialer Moderne und afrikanischer kultureller Agency.
Diese Beiträge spiegeln den interdisziplinären Charakter der Zeitschrift wider und bekräftigen ihren Anspruch, den Dialog zwischen literatur-, kultur- und sprachwissenschaftlichen Perspektiven zu fördern. Die Vielfalt der Themen – von postkolonialen Fragestellungen und historischen Narrativen über didaktische Innovation bis hin zur linguistischen Analyse – zeigt, wie wir heute deutschsprachige Literatur und Kultur lesen, lehren und verstehen. Mein herzlicher Dank gilt allen Autorinnen und Autoren für ihre engagierten Beiträge, meinen MitherausgeberInnen Mikhaila Crous, Anette Horn und Philip van der Merwe, den anonymen Gutachterinnen und Gutachtern, dem Redaktionsteam sowie dem SAGV-Vorstand für ihre Unterstützung und Zusammenarbeit. Ein besonderer Dank gilt Akila Ahouli für seine Mitwirkung bei der Redaktion des Sonderteils dieses Bandes. Abschließend möchte ich Nazima Singh herzlich dafür danken, dass sie die englischsprachigen Teile dieses Bandes lektoriert hat.
Kira SchmidtBellville, Oktober 2025
Editorial
It is both an honour and a pleasure to take on the role of editor for this journal. Having worked for several years within its editorial team—first as an assistant to Carlotta von Maltzan and later as a co-editor—I am deeply grateful for the trust that the members of the SAGV have placed in me to lead the journal in the coming years. My sincere thanks go to my predecessor Cilliers van der Berg for his dedicated work, which has shaped the journal’s scholarly profile and community. I look forward to continuing this tradition together with our editorial board and contributors.
The 53rd volume of Acta Germanica follows the 30th SAGV conference, “Alternative Truth(s) and Reality/-ies in Times of Change,” which took place at the University of Namibia. In light of increasingly complex global crisis reporting, the conference foregrounded questions of competing truths, cultures of memory, and the representability of lived realities. It demonstrated how difficult it has become to distinguish between factual representation, digitally circulating truth claims, and individual experiences, and highlighted the essential role of literary, media, and didactic perspectives in critically engaging with these tensions.
This volume of Acta Germanica once again demonstrates the richness and diversity of contemporary research in German literary and cultural studies, language didactics, and linguistics, but also its contributors who represent a variety of institutions from Europe (France, Germany, Poland) and Africa (Benin, Cameroon, South Africa, Togo). I would like to continue the tradition—that served us well—to have a section on “Writing Africa” and “General Contributions to German Studies”. This volume has an additional section on “Luther in Africa”.
In the opening article of “Writing Africa”, Mikhaila Crous shows how Max Annas’ Berlin, Siegesallee (2024) uses a historical crime narrative to interrogate colonial violence and invite multiperspectival reflection on guilt and memory. Carmen Letz examines representations of gendered violence in German South West Africa, demonstrating how literature and film critically revisit the colonial past and expose its gendered dynamics. Dominika Gortych and Kati Lüdecke-Röttger propose an innovative German-as-a-Foreign-Language approach that uses Afro-German slam poetry to provoke transformative reflection, critical awareness, and communicative competence through post-migrant perspectives.
In the “General Contributions” section Michaela Holdenried reconsiders Marie Luise Kaschnitz’s trajectory from early, sometimes accused-of-escapism works to her socially engaged postwar writing, affirming her lasting literary and ethical significance. Jeremias Stein analyses Gustav Regler’s Im Kreuzfeuer (1934) as a work of political agitation and self-fashioning in the charged atmosphere surrounding the 1935 Saar referendum. Sebastian Maślanka and Agnieszka Klimas-Kownacka read Katharina Volckmer’s The Appointment (2021) as a somapoetic exploration of identity, trauma, and Holocaust memory through the language of the body. Agnieszka Klimas-Kownacka studies late Enlightenment and early nineteenth-century texts defending Jewish contributions to German culture, foregrounding overlooked female perspectives in emerging cultural historiography. Joanna Franek-Zaborowska investigates how Polish preschool children respond to German-language questions, offering insights into early multilingual development and the implementation of European language policy. Anna Sulikowska uses corpus analysis to reassess assumptions about the primacy of orality in phraseology by comparing idiom frequency and distribution in written and spoken language.
The special section “Luther in Africa” presented here grows out of the Humboldt Foundation conference Nachklänge der Reformation. Zur Martin-Luther-Rezeption in Afrika held in Lomé (Togo) in 2022 and examines the diverse afterlives of Luther’s thought in African and global contexts. Together, the contributions collected by Akila Ahouli and Cilliers van den Berg trace how Lutheran ideas have travelled, transformed, and been contested in relation to colonial history, missionary linguistics, intercultural theology, and African literary production. Stephan Mühr explores the entanglement of Luther and Faust as symbols of modernity and colonial ambition; Jean Bertrand Miguoué analyses Protestant expansion and its influence on world-making and global cartographies; Dotse Yigbe studies Lutheran missionary linguistics in West Africa as both cultural rupture and creative empowerment; Gesine Lenore Schiewer reflects on Luther’s Bible translation to highlight the interplay of religious language, multilingualism, and power; Constant Kpao Saré reveals overlooked African material traces in Luther’s biblical lexicon and their later literary resonance; Akila Ahouli examines the ambivalent humanistic-yet-assimilatory legacy of Lutheran-inspired Anglican missions in Achebe’s Things Fall Apart; Boameman Douti analyses missionary-mediated ethnographic and linguistic knowledge in Jens Johannes Kramer’s West-African novel; and Mantahéwa Lebikassa reads Farara’s Les hommes se cachent pour pleurer as a Luther-inflected critique of ecclesiastical power and a call to ethical humanism. Together, these essays illuminate the complex, often paradoxical intersections of Reformation heritage, colonial modernity, and African cultural agency.
Together, these contributions reflect the journal’s interdisciplinary character and its commitment to fostering dialogue across literary, cultural, and linguistic studies, and engaging with a broad spectrum of questions—from postcolonial perspectives and historical narratives to didactic innovation and linguistic analysis—each contributing valuable insights into how we read, teach, and understand German language and literature today. I would like to extend my sincere thanks to all authors for their thoughtful submissions, as well as to my co-editors, Mikhaila Crous, Anette Horn and Philip van der Merwe, the anonymous reviewers, the editorial as well as the SAGV board for their support and collaboration. A special thanks goes to Akila Ahouli who helped me editing the special section of this volume. And last but not least, I would like to thank Nazima Singh for proofreading the English-language sections of this journal. I look forward to continuing our collective work in the years ahead.
Kira Schmidt Bellville, October 2025
Verbrechen und Perspektive Eine Untersuchung des historischen Kriminalromans Berlin, Siegesallee (2024) von Max Annas
University of the Witwatersrand
ABSTRACT
The following paper discusses the historical crime novel, Berlin, Siegesallee (2024) by the five-time crime fiction award winner Max Annas. In Berlin 1914, shortly before the outbreak of the First World War, four unlikely protagonists come together to avenge crimes committed in the German colonies. Facts and fiction are entangled in this narrative that offers an imagined (re-)construction of a past which still affects society today. As is argued, the novel highlights the complexity of criminality and the importance of engaging with more than one perspective/narrative while revisiting and processing the past and moving towards the future.
Title: Crime and Perspective. An Analysis of the Historical Crime Novel Berlin, Siegesallee (2024) by Max Annas
Details
- Seiten
- 352
- Erscheinungsjahr
- 2025
- ISBN (PDF)
- 9783631948927
- ISBN (ePUB)
- 9783631948934
- ISBN (Paperback)
- 9783631948880
- DOI
- 10.3726/b23555
- Sprache
- Deutsch
- Erscheinungsdatum
- 2026 (Oktober)
- Schlagworte
- Postcolonial Studies Memory Cultures Literary Studies Foreign Language Teaching Luther Reception Interdisciplinary Research Afro-German Perspectives German Studies Cultural Exchange
- Erschienen
- Berlin, Bruxelles, Chennai, Lausanne, New York, Oxford, 2025. 3525 S., 10 s/w Abb., 13 Tab.
- Produktsicherheit
- Peter Lang Group AG