Die Scuola Moderna Razionalista in Clivio vor hundert Jahren
Eine quellenbasierte Recherche zur einzigen libertären Schule in Norditalien
18 Pages
Open Access
Journal:
Pädagogische Rundschau
Volume 80
Issue 4
Publication Year 2026
pp. 423 - 440
Summary
Ausgangs des 19. Jahrhunderts verbreitete sich in Europa und den USA eine aus dem Anarchismus hervorgegangene pädagogische Reformbewegung. Ihre Protagonistinnen und Initiatoren propagierten, Individuen, vor allen anderen das Kind, seien von jeder Herrschaft zu befreien – mittels einer Transformation der Familie, mit Blick auf die Würde der kindlichen Persönlichkeit und im Gefolge der Emanzipation der Frau. Libertäre Erzieherinnen und Erzieher, nach eigenem Bekunden Propagandisten des sozialen Fortschritts und der menschlichen Befreiung, erachteten die traditionelle Schule als eine gesellschaftlich wichtige, aber nichtreformierbare Institution. Sie wollten sie radikal reformieren – über die Gründung geeigneter Alternativen zum überkommenen Bildungswesen. Kurz vor der Jahrhundertwende proklamierte eine Gruppe von Anarchisten in Paris eine Roadmap zur Errichtung libertärer Schulen. Ein libertärer Unterricht und ein freiheitliches Schulleben waren ihnen Prämisse für die freie Entwicklung des Individuums. Das Pamphlet, ein Manifest, signierten bekannte Anarchisten, unter ihnen G. Sluys und P. Robin. Die argumentative Stoßrichtung sollte pädagogisch orientierte Anarchisten zum Handeln einladen: Schulbezogenes Engagement sollte die moralische und intellektuelle individuelle und die soziale Emanzipation der Kinder und Jugendlichen von Kirche, Armee und Staat fördern. Es galt, gesellschaftliche Vorurteile und Mythen zu bekämpfen, wie sie die Kirche und der Klerus traditionell vertraten. Die Programmatik:
Details
- Pages
- 18
- DOI
- 10.3726/PR042026.0040
- Open Access
- CC-BY
- Publication date
- 2026 (June)
- Keywords
- scuola moderna razionalista clivio jahren eine recherche schule norditalien
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