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Der Künstlichen Intelligenz geopfert? Daniel Kehlmann übersetzt Ayad Akhtar. Zu Gegenwart und Zukunft (deutschsprachiger) Literatur

von Birgit Tautz (Autor:in)
19 Seiten
Open Access
Journal: literatur für leser:innen Band 48 Ausgabe 2 Erscheinungsjahr 2025 pp. 129 - 147

Zusammenfassung

Der Aufsatz untersucht Daniel Kehlmanns Rolle als Übersetzer-Autor im Spannungsfeld von Autorschaft, Übersetzung und generativer KI anhand seiner Übersetzung von Ayad Akhtars Stück McNeal (2024) als Der Fall McNeal (2025). Ausgangspunkt ist die Frage, was (deutschsprachige) Literatur im Zeitalter der KI und der Möglichkeit algorithmischer Textproduktion bedeutet bzw. welche Zukunft sie hat. Gerahmt von Kehlmanns Äußerungen zur KI wird gezeigt, wie das Stück ‚unsichere Autorschaft‘ ausstellt und zugleich das Wesen der Literatur verhandelt. Während KI als Thema und Technik der Textgenerierung in Akhtars Stück funktioniert, hinterfragt Kehlmann unterschwellig diese Funktionsweisen. Übersetzung wird kreative Intervention: Durch sprachliche Differenzierung, Ent-Anthropomorphisierung der KI und gezielte Bedeutungsverschiebungen bewahrt sie das Menschliche (Sprachnuancen und -gebundenheit, Beziehungen, Sorge usw.) und damit ein Unterscheidungsmerkmal von Literatur. So wird Übersetzung als konstitutiver, innovativer Teil gegenwärtiger Literatur re-etabliert, während KI vor allem Indifferenz und Konvergenz sichtbar macht. Konvergenz – die Annäherung distinktiver Bereiche bis hin zur Nicht-Unterscheidbarkeit – befördert Konvergenz. Der Aufsatz endet mit Vorschlägen für neue Kategorien im Umgang mit Literatur.

Details

Seiten
19
DOI
10.3726/lfl.2025.02.05
Open Access
CC-BY
Erscheinungsdatum
2026 (August)
Schlagworte
Autor Übersetzung Differenzierung Konvergenz literarische Kategorien
Produktsicherheit
Peter Lang Group AG

Biographische Angaben

Birgit Tautz (Autor:in)

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Titel: Der Künstlichen Intelligenz geopfert? Daniel Kehlmann übersetzt Ayad Akhtar. Zu Gegenwart und Zukunft (deutschsprachiger) Literatur