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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft XXIX (2007)- In Verbindung mit dem Vorstand der Grimmelshausen-Gesellschaft

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Edited By Dieter Breuer

Im Juni 2007 fand in Oberkirch und Renchen unter dem Thema «Grimmelshausens Simplicissimus im Kontext des europäischen Romans» der Kongress der Grimmelshausens-Gesellschaft statt. Dieser Band enthält die Beiträge des Kongresses und geht der Frage nach, weshalb der Simplicissimus als einziger deutschsprachiger Roman der frühen Neuzeit bis auf den heutigen Tag in hohem kanonischen Ansehen steht, was den Roman, wie sein Autor es wünschte, «aufhebens Werth» gemacht hat. Die Referenten untersuchen die Bedeutung des Simplicissimus anhand von Vergleichen mit der europäischen Romantradition. Dabei geht es weniger um Quellenfragen als um Fragen der Qualität: um Grimmelshausens Anteil an der Herausbildung einer modernen Romanpoetologie, um seinen unkonventionellen Umgang mit den Konstruktionsprinzipien des hohen und niederen Romans, mit der realistisch-satirischen Erzähltradition und den Formproblemen des autobiographischen Erzählens sowie um seine Kunstgriffe bei der Einformung unterschiedlichster Materien.
Hinzu kommen weitere Beiträge der Grimmelshausen-Forschung sowie Rezensionen zu Neuerscheinungen.

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Der vergessene Schatten Auf den narratologischen Spuren des 'Simplicianischen Autors' (Fortsetzung)*

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Der vergessene Schatten Auf den narratologischen Spuren des 'Simpliciani- schen Autors' (Fortsetzung)* Nicola Kaminski (Bochum) 4. Autorschaftsmachinationen: der 'Simplicianische Autor' Um der Genese des Autors Michael Rechulin von Sehmsdorff, der unverse­ hens aus der "schmächtige[n] Seele"80 des unkomplizierten Hellebardierers hervorgeht, auf die Schliche zu kommen, gilt es den Übergang von erzählter Geschichte zu Erzählung, von histoire zu discours, wie er am Ende des ersten Vogel-Nests entworfen ist, genauer in Augenschein zu nehmen. Und da stößt man nun, wie gelegentlich schon bemerkt, auf einen befremdlichen Riß in der "personellen Identitätslogik"8! - den zweiten Riß bereits in der so sorgfältig gewobenen Textur der Grimmelshausenschen Vogel-Nester, wenn man den 'vergessenen' Schatten als den ersten verbuchen möchte. "Als nun hochgeehr­ ter großgünstiger lieber Leser", so beschließt der Hellebardierer, nachdem ihm anstelle des Nestes unverhoffter "Reichthumb" zugefallen ist, seine Geschich­ te, ist diejenige Histori die ich ihm von meinem Vogel-Nest habe erzehlen wollen/ hat er nun darauß gefast/ was ich ihm damit habe beybringen wollen/ so ist mirs lieb; noch viel lieber und erfreulicher aber wird mirs seyn/ ihme aber sehr nütz­ lich/ und GOtt wolgefällig/ wann er demselben was ich ihn hierinn zu lehren bedacht/ nachzukommen sich befleist; wäre aber wider alle Hoffnung eines sol­ chen Numeurs/ daß er hierinnen weder öffentliche noch verborgene Lehren ge­ funden/ oder doch wenigst derselben nicht geacht hätte/ so wird ihn jedoch diß Wercklein anderwerts contentirt/ und ihme verhoffentlich die Zeit...

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