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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft XXIX (2007)- In Verbindung mit dem Vorstand der Grimmelshausen-Gesellschaft

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Edited By Dieter Breuer

Im Juni 2007 fand in Oberkirch und Renchen unter dem Thema «Grimmelshausens Simplicissimus im Kontext des europäischen Romans» der Kongress der Grimmelshausens-Gesellschaft statt. Dieser Band enthält die Beiträge des Kongresses und geht der Frage nach, weshalb der Simplicissimus als einziger deutschsprachiger Roman der frühen Neuzeit bis auf den heutigen Tag in hohem kanonischen Ansehen steht, was den Roman, wie sein Autor es wünschte, «aufhebens Werth» gemacht hat. Die Referenten untersuchen die Bedeutung des Simplicissimus anhand von Vergleichen mit der europäischen Romantradition. Dabei geht es weniger um Quellenfragen als um Fragen der Qualität: um Grimmelshausens Anteil an der Herausbildung einer modernen Romanpoetologie, um seinen unkonventionellen Umgang mit den Konstruktionsprinzipien des hohen und niederen Romans, mit der realistisch-satirischen Erzähltradition und den Formproblemen des autobiographischen Erzählens sowie um seine Kunstgriffe bei der Einformung unterschiedlichster Materien.
Hinzu kommen weitere Beiträge der Grimmelshausen-Forschung sowie Rezensionen zu Neuerscheinungen.

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Auf den Spuren Springinsfelds in Westfalen

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Peter Heßelmann (Münster) Gelegentlich werden in kleineren Archiven Neuigkeiten von überwiegend lo­ kal und regional interessierten Archivaren, Forschem und Laien zu Tage ge­ fördert, die in entlegenen Publikationsorganen mitgeteilt werden und daher nicht selten der breiten wissenschaftlichen Öffentlichkeit entgehen. In diesem Fall handelt es sich um bemerkenswerte Funde zu Grimmelshausens Spring­ insfeld, genauer um den Namen der Romanfigur. A uf die Entdeckungen aus dem Jahr 1998 soll hier aufmerksam gemacht werden. Sie werden zunächst in den Kontext der dazu gehörenden Grimmelshausenforschung gestellt, um wei­ tere Recherchen und Diskussionen anzuregen. In der Romanfiktion von Grimmelshausens Der seltzame Springinsfeld lernen sich Simplicissimus und Springinsfeld im westfälischen Soest kennen. Springinsfeld berichtet in seinem Lebensrückblick davon, daß er unter Johann Wenzel Graf von Götz an der Eroberung von Dortmund, Paderborn, Hamm, Unna, Kamen, Werl und Soest beteiligt war.l Die historischen Ereignisse fal­ len in die Kriegsjahre 1636 und 1637. Zusammen mit dem berüchtigten "Jäger von Soest" besteht Springinsfeld - so will es die Fiktion - in Westfalen einige Abenteuer, die im Simplicissimus Teutsch ausführlich erzählt werden.2 Unter anderem ist er dabei, als Simplicissimus mit dem "Jäger von Werl" abrechnet.3 Nachdem Simplicissimus Westfalen bereits im Frühjahr 1638 verlassen hat, hält sich Springinsfeld zunächst noch in Soest auf und erlebt Mitte Januar die Einnahme der Stadt durch - wie es entgegen den historischen Tatsachen im Roman heißt - Daniel Rollin de St. André.4 Springinsfeld wird gefangenge­ nommen und...

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