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Sinnkonstruktion im Fremdsprachenunterricht

Rekonstruktive Fremdsprachenforschung mit der Dokumentarischen Methode

Bernd Tesch

Das Buch führt in die rekonstruktive Fremdsprachenforschung mit Hilfe der Dokumentarischen Methode ein. Dabei betrachtet der Autor den Fremdsprachenunterricht praxeologisch, d.h. nicht wie er idealerweise sein sollte oder könnte, sondern im Hinblick darauf, welche Sinnkonstruktionen in der Alltagspraxis stattfinden. Es werden dazu Unterrichtsbeobachtungen in natürlicher Lernumgebung, aber auch Gruppengespräche mit Lehrenden und Lernenden sowie Einzelinterviews genutzt. Im Ergebnis stellt sich der Fremdsprachenunterricht als Konstruktionsprozess auf verschiedenen Ebenen dar.

Der Autor illustriert das Verfahren an konkreten Beispielen aus der ‚Fallwerkstatt‘, so dass das Buch auch als methodisch-methodologisches Lehr- und Arbeitsbuch verwendet werden kann.

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Glossar

Dieses Glossar zur rekonstruktiven Fremdsprachenforschung mit der Dokumentarischen Methode fußt auf dem Glossar in Tesch 2010 (397 ff.); dieses wurde grundlegend überarbeitet und ergänzt. Querverweise sind durch (→) gekennzeichnet.

Antithese

Reaktion auf eine Proposition im Sinne eines Widerspruchs. Die antithetisch formulierte Aussage kann sich anders als die oppositionelle in einem gemeinsamen (→) Orientierungsrahmen mit der Aussage bewegen, auf die sie reagiert. Dieser gemeinsame Orientierungsrahmen kann im weiteren Diskursverlauf deutlich werden bzw. am Ende verworfen werden.

Atheoretisches Wissen

Un- oder vorbewusstes Wissen von Gesprächspartnern, das ein intuitives unmittelbares Verstehen ermöglicht. Dieses Wissen ist nach Mannheim (1980) prinzipiell strukturidentisch mit dem Wissen der Forschenden, das heißt die Produktionsregeln der Verständigung sind prinzipiell die gleichen.

Aufgabensinn

Die von Aufgabenentwicklern intendierten und in die Aufgabenstellung(en) eingebetteten Lern- und Arbeitsziele. Der Aufgabensinn (intendierte Sinn) kann erheblich vom (→) realisierten Sinn in der Aufgabenbearbeitung abweichen.

Authentizität

Evidenz von (→) Orientierungsmustern bzw. ihrer Darstellung; abhängig von ihrer erlebnismäßigen Verankerung (Erfahrungsgebundenheit).

Basisregeln der Kommunikation

Allgemeine Prinzipien und Aktivitäten der Kooperation nach Kallmeyer & Schütze (1976, 1977). Sie gelten auch für den schulischen Unterricht und beinhalten die Bedingungen der Möglichkeit von Kommunikation. Kern dieser Bedingungen ist die Bewältigung grundsätzlicher Unvereinbarkeiten des Interaktionsprozesses durch Kooperativität, Verstehen/Verständlichkeit und Ablaufkonstitution. ← 177 | 178 →

Biografische Gesamtformung

Eine in sich geschlossene Gestalt (Persönlichkeitstypus nach Bohnsack), die beim biografischen Interview bereits vorliegt. Durch fallinternen Vergleich wird dieser herausgearbeitet, bevor der Vergleich mit anderen Fällen es erlaubt, Typen – etwa auf der Ebene einer Geschlechts- oder Generationentypik – zu bestimmen.

Differenzierung

Weiter- bzw. Ausarbeitung einer (→) Proposition, ohne dass daraus ein Gegenhorizont gebildet wird.

Diskursentwicklung

In der Diskurslinguistik: mehrstufige Abfolge der Diskursschritte Orientierung – Ausführung – Kontrolle; in der Wissenssoziologie: Proposition – Elaboration – Konklusion.

Dokumentsinn, dokumentarischer Sinn

Ziel der (→) reflektierenden Interpretation ist es, den Dokumentsinn zu rekonstruieren und dadurch den (→) Habitus sichtbar werden zu lassen.

Dramaturgie

Bezogen auf die Diskursentwicklung: In den dramatischen Höhepunkten kommen kollektive (→) Orientierungen in besonders prägnanter Weise zum Ausdruck. Die Dramaturgie lässt sich anhand der systematischen Rekonstruktion formaler Indikatoren des Gesprächsverlaufs (Übereinstimmungen im Bereich von Code, Prosodie, Tempo, Pausen, Sprecherwechsel) ermitteln.

Einklammerung des Geltungsanspruchs

Vom (→) immanenten Sinn abgegrenzte Bedeutungen zur Aussage/zum Text/zum Bild. Es wird abgegrenzt, was eine Aussage außerhalb ihres immanenten Sinns bedeuten kann, könnte oder bedeuten soll. Damit wird auch der Anspruch auf normative Richtigkeit „eingeklammert“ (s. Mannheim 1980: 88).

Elaboration

Ausbau bzw. Ausarbeitung einer Proposition, z. B. durch Beispiele und Vergleiche.

Enaktierung

Prozess der Umsetzung von (→) Orientierungen in Alltagshandeln. ← 178 | 179 →

Exkludierende Modi

Innerhalb der (→) Diskursentwicklung: oppositionelle, antithetische und divergente Modi aufeinanderfolgender Äußerungen. Diese Modi weisen auf eine Rahmeninkongruenz hin (Ausnahme: Antithese).

Exmanenter Sinn

Die den Partnern einer Verständigung i. d. R. verborgene, weil auf unbewussten sozialen Konstruktionen beruhende Sinnebene. Sie kann nur dadurch erschlossen werden, dass der Forscher die Relevanzsysteme der Beforschten verlässt und sich ihnen gegenüber „fremd macht“.

Externe Heterogenität

Abweichungen von Orientierungsmustern bezogen auf (→) Rahmenorientierungen, die zur Abgrenzung eines Typus gegenüber anderen Typen bzw. Typiken benötigt werden. Durch (→) maximale Kontrastierung und die Suche nach der maximalen Unterschiedlichkeit im Fallvergleich können diese Abweichungen – zusammen mit der (→) minimalen Kontrastierung – ermittelt werden.

Fallbeschreibung

Beschreibung des – den besonderen Fall konstituierenden – Rahmens oder seiner Rahmungen. Die Beschreibung folgt der prozesshaften Entwicklung des Diskursverlaufs. Der Forschende fügt die verschiedenen Analyseergebnisse zu einem kohärenten Text zusammen, der sie für Außenstehende nachvollziehbar werden lässt. Ansatzweise können der Fallbeschreibung bereits Typiken zugeordnet werden.

Formulierende Interpretation

Zusammenfassung des Transkripttextes in Form von Oberbegriffen, Überschriften und Paraphrasen zu den Themen, die angesprochen wurden; dieser Analyseschritt bleibt innerhalb des Orientierungsrahmens der Gruppe, innerhalb des (→) immanenten Sinngehalts.

Fokussierungsmetapher

Dramaturgischer Höhepunkt in der Diskursentwicklung, häufig im Modus metaphorischer Formulierungen; zentriert die (→) reflektierende Interpretation durch Zugang zur (→) Authentizität. ← 179 | 180 →

Fremdverstehen

Das (vermeintliche) Verstehen der (→) Relevanzsysteme Anderer durch ihre Adaptation an das eigene Relevanzsystem. Basiskonzept rekonstruktiver Sozialforschung nach Schütz (1974). Methodisch kontrolliertes Fremdverstehen wird durch kommunikative Validierung in der Forschergruppe angestrebt. In der Didaktik des Fremdverstehens von Bredella & Christ (1995) Leitbegriff für das Verstehen fremdsprachiger Texte.

Gegenhorizont

Von Einzelnen formulierte positive oder negative Aussage, die den (→) Rahmen identifizierbar macht bzw. aus Rahmenorientierungen abgeleitet ist. Aus der Rekonstruktion der Gegenhorizonte lässt sich auf die Rahmenorientierungen schließen.

Grounded Theory

Von Glaser und Strauss (1967) begründetes Forschungsparadigma, das auf standardisierte Messung und Hypothesenprüfung verzichtet und stattdessen die Theoriebildung in den Forschungsprozess selbst verlagert. Der Forschende sucht solange „im Feld“ nach Fällen, bis die Theorie „gesättigt“ ist, d. h. keine neuen Aspekte mehr zu Tage treten.

Habitus

Die Art und Weise eines sozialen Auftretens. Im Fremdsprachenunterricht sind Beispiele für einen Habitus das positivierende Verhalten und die entsprechende professionelle Einstellung eines Junglehrers oder das gewohnsheitsmäßige Kategorisieren von Lernenden nach ihren Leistungen. Nach Bourdieu (1982) strukturiert der Habitus sowohl das Handeln als auch die Wahrnehmung und Bewertung eigenen und fremden Handelns.

Homologie

Gleichgelagertsein von Fällen; gilt als Voraussetzung eines methodisch begründeten Vergleichs.

Homologieannahme

Annahme, dass das Wissen von Forschern und Beforschten strukturidentisch ist, was wiederum eine Voraussetzung für die Rekonstruktion dieses Wissens durch Forschende darstellt. Auch Schütze (1976) spricht von der Homologieannahme ← 180 | 181 → mit Bezug auf das narrative Interview: In der Struktur der Erzählung spiegelt sich das Erleben der Person.

Immanenter Sinn

Wörtlicher Sinngehalt, auch als kommunikativer Sinn bezeichnet. Gemeint ist der Sinngehalt, der von den Teilnehmern einer Verständigung selbst wahrgenommen und verhandelt wird. Er kann durch die (→) formulierende Interpretation erschlossen werden.

Indexikalität

Verweischarakter kommunikativer Handlungen in der ethnomethodologischen Forschung. Kommunikative Handlungen verweisen auf zugrunde liegende Orientierungsmuster, die durch den Forschenden rekonstruiert werden können.

Inkludierende Modi

Innerhalb der (→) Diskursentwicklung: paralleler und univoker Modus aufeinanderfolgender Äußerungen.

Interne Homogenität

Abweichungen innerhalb eines bestimmten Typus, die durch minimale Kontrastierung innerhalb eines Falles bestimmt werden können; sie wird zur genauen Beschreibung des Typischen und zur Abgrenzung gegenüber anderen Typiken verwendet.

Komparative Analyse

Auf die (→) Grounded Theory (Glaser & Strauss 1967) zurückgehende Methode des ständigen Vergleichens von Fällen bis zur „theoretischen Sättigung“. Ihre Anwendung als Analyseprinzip führt auf der sinngenetischen Ebene zur Bildung von Basiskategorien, die in der Dokumentarischen Methode generell auch als „Typus“ bezeichnet werden.

Konjunktiver Erfahrungsraum

Raum sozial geteilter Praxis, der die Erfahrungsgrundlage für die Konstruktion sozial geteilten Wissens bildet. Eine Schulklasse teilt nicht nur das Klassenzimmer als (physischen) Erlebnisraum, sondern vor allem die gemeinsame soziale Praxis des alltäglichen Sinnaushandelns. Die gemeinsame soziale Praxis konstituiert das Klassenzimmer als konjunktiven Erfahrungsraum. ← 181 | 182 →

Konklusion

Ende einer Diskursentwicklung und damit auch eines Themas, entweder in Form einer sachlichen Zusammenfassung, eines rituellen Abschlusses oder einer Metakommunikation.

Lernersprache

Begriff aus der Linguistik (Interlanguage, Selinker 1971) für die individuellen fremdsprachlichen Entwicklungsstände zwischen Ausgangssprache und Zielsprache. Diese Entwicklungsstände sind regelhaft, dynamisch und veränderbar. Performatorisch können sie als individuell beschrieben, genetisch jedoch auch als kollektive Konstruktion betrachtet werden. Während der urprünglich linguistische Begriff der Interlanguage auf den interimären Entwicklungsstand des individuellen Sprachsystems fokussierte, bezieht der fachdidaktische Begriff der Lernersprache auch das lernende Subjekt gleichberechtigt mit ein.

Lernersprachlicher Sinn

Sprachlicher Sinn, der sich aus dem bewussten und unbewussten Sprach(en)wissen von Fremdsprachenlernenden generiert. Dieser Sinn kann sich performativ äußern, z. B. in der Kenntnis bestimmter fremdsprachiger Lexik, wie auch in Form von (→) Sprachbewusstheit bezogen auf sprachliche Regeln und Systeme, auf Register und Varietäten sowie sprachliche Beeinflussung.

Opposition

Reaktion auf eine Proposition im Sinne eines Widerspruchs. Es kann jedoch – im Gegensatz zur Antithese – kein gemeinsamer Orientierungsrahmen gefunden werden.

Orientierungsmuster

(→) Rahmen/Rahmung

Praxeologische Fremdsprachenforschung

Untersucht, was in der Praxis des Fremdsprachenunterrichts und allgemein des Fremdsprachengebrauchs geschieht und wie es geschieht. In der Fremdsprachenforschung wird Praxis als kollektive Sinnkonstruktion in der Verständigung durch Texte, über Texte und Themen und über das Lehren und Lernen von Sprachen verstanden. Daher können Praxen des Fremdsprachenlehrens und -lernens unterschieden werden. ← 182 | 183 →

Proposition

Eine Aussage als Ausgangspunkt in einem Diskursverlauf. Ihr semantischer Gehalt beziehungsweise Orientierungsgehalt kann in der Interpretation durch den Forscher rekonstruiert werden. Auf die Proposition folgt eine Reaktion, entweder in Form einer Anschlussproposition oder in Form eines Widerspruchs (als Antithese oder Opposition).

Rahmen / Rahmung

Ordnungskategorie für unbewusste Orientierungsmuster des Einzelnen oder einer Gruppe. Der Rahmen manifestiert sich in den Themen, die Einzelne in einem Interview oder Gruppen in einem Gruppengespräch anschneiden oder bearbeiten. Wird der Orientierungsrahmen in einer Gruppe nicht geteilt, kann es zu Aufspaltungen und Rahmeninkongruenzen kommen. Inkongruenzen können offen sichtbar oder verdeckt sein. Fremdrahmung entsteht, wenn die Äußerungen eines Teilnehmers von einem anderen Gruppenmitglied übernommen bzw. in dessen Rahmen transponiert werden, mit der Folge, dass dessen eigene Rahmen eliminiert wird.

Realisierter Sinn

Ergebnis einer Aufgabenbearbeitung im Sinne rekonstruktiver Forschung. Der realisierte Sinn beinhaltet eine kommunikative (→), eine dokumentarische (→) und eine lernersprachliche (→) Dimension und kann erheblich vom intendierten Sinn einer Aufgabe(nbearbeitung) abweichen.

Reflektierende Interpretation

Rekonstruktion und Explikation eines (→) Rahmens durch Herausarbeiten der (→) Gegenhorizonte, die – zusammen mit den (→) Enaktierungspotenzialen – den Erfahrungsraum einer Gruppe bilden. Dabei werden Orientierungsmuster fallübergreifend oder fallintern verglichen, d. h. entweder in ähnlichen Thematiken in verschiedenen Fällen oder in verschiedene Thematiken im selben Fall.

Relevanzsystem

Typische Orientierungsmuster beforschter Personen, die mit Hilfe der (→) reflektierenden Interpretation rekonstruierbar gemacht werden können.

Sampling

Fallauswahl. ← 183 | 184 →

Scaffolding

Die Bereitstellung von Lernhilfen in Anlehnung an die Lerntheorie Vygotskys (→ Zone of Proximal Development). Wörtlich: Gerüstebauen.

Sinnebenen des Fremsprachenunterrichts

Die Ebene des (→) Aufgabensinns (auch: intendierter Sinn), die Ebene des (→) kommunikativen Sinns, die Ebene des (→) dokumentarischen Sinns und die Ebene des (→) lernersprachlichen Sinns. Letztere interagiert transversal mit den drei anderen Sinnebenen.

Sinngenetische Typenbildung

Erster Schritt der (→) Typenbildung: Aus dem Vergleich empirisch ermittelter Orientierungsmuster resultiert deren Abgrenzung und Bestimmung.

Sinnkonstitution

Die Sozialität und Strukuriertheit von Phänomenen bzw. Sinngebilden. Bezug auf die Phänomenologie nach Schütz (1974).

Sinnkonstruktion

Das kollektive Hervorbringen von Sinn in der Verständigung. Bezug auf die Wissenssoziologie Mannheims (1980).

Soziogenetische Typenbildung

Zweiter Schritt der Typenbildung: Nach der (→) sinngenetischen Typenbildung erfolgt die Suche nach individualpsychologischen und sozialpsychologischen Erklärungen.

Sprachbewusstheit

Explizites und implizites Wissens bezüglich der Regelhaftigkeit, des Gebrauchs und der Wirkung von Sprache. James & Garrett (1991) unterscheiden fünf Domänen von Sprachbewusstheit, eine affektive, eine soziale, eine politische, eine performatorische und eine kognitive Domäne.

Sprachlernbiografie

Die Erfassung der Voraussetzungen und des individuellen Werdegangs, die zum Erwerb sprachlichen Wissens führen. Die Sprachlernbiografie umfasst institutionelle Voraussetzungen (z. B. gegebene Landes- und Verkehrssprachen, Herkunftssprachen, Schullaufbahn und Sprachenwahl), psycho-physische Voraussetzungen (Alter, Geschlecht, körperliche Verfassung, Intelligenz etc.), ← 184 | 185 → soziales und kulturelles Kapital (Milieu, Elternhaus, Bildungsstatus etc.) sowie Motivation.

Tertium comparationis

Das zu vergleichende Dritte in der rekonstruktiven Sozial- und Fremdsprachenforschung.

Turn

In der Diskurslinguistik die kleinste Diskurseinheit: Ein Sprecher ergreift das Wort, reagiert ggf. auf eine vorangegangene Äußerung und macht selbst eine Äußerung, auf die dann andere wieder reagieren können.

Typus, Typik, Typenbildung

Herstellung von Bezügen „zwischen spezifischen Orientierungen und dem Erlebnishintergrund oder existentiellen Hintergrund, in dem die Genese der Orientierungen zu suchen ist“ (Bohnsack 2003: 141). Beispiele für Typenbildungen sind die Milieu-, Geschlechts- und Generationstypik. Eine Typik ist umso valider, je deutlicher sie zu anderen Typiken abgegrenzt werden kann. Nur das ständige Vergleichen ermöglicht die Abgrenzung von Typen untereinander.

Validierung

Bestätigung einer Proposition im Diskurs. Die schwache Form ist die Ratifizierung: bestätigt wird lediglich das Verstehen. Unter kommunikativer Valdierung versteht man die nachträgliche Validierung einer Interpretation durch Beforschte oder aber die Valdierung von Interpretationen durch eine Forschergruppe durch Diskussion.

Zone of Proximal Development (ZPD)

Naheliegende Entwicklungszone von Lernenden; Begriff von Vygotsky (1971), in dem das lernpsychologische Modell einer stufenweisen Entwicklung des Lernens zum Ausdruck kommt. Die nächste Lernstufe, die innerhalb der zone of proximal development liegt, kann ohne Überforderung erreicht werden, sofern Lehrer, Mitschüler oder geeignete Lernmaterialien Lernhilfen (scaffolds) anbieten. ← 185 | 186 →