Show Less
Restricted access

Literaturwissenschaftliche Aufbaujahre

Beiträge zur Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum – ein germanistikgeschichtliches Forschungsprojekt

Series:

Carsten Zelle

Der Band ist ein Beitrag zur Germanistikgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Er rekonstruiert die Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der 1965 eröffneten Ruhr-Universität Bochum. Vorgestellt werden die ›Gründungsprofessoren‹ Ingrid Strohschneider-Kohrs – erste germanistische Lehrstuhlinhaberin der BRD –, Hans Joachim Schrimpf, Klaus Günther Just und Paul Gerhard Klussmann. Weitere Beiträge gelten der Bochumer Neugermanistik in der Studentenbewegung, ihrem Ausbau bis Mitte der 80er Jahre mit Komparatistik, Literaturdidaktik und Sozialgeschichte sowie prägenden Sammlungen und Institutionen. Verzeichnisse der Schriften, Lehrveranstaltungen und Doktoranden sowie maßstabsetzende Aufsätze der frühen Bochumer Neugermanisten werden dokumentiert.

Show Summary Details
Restricted access

Ingrid Strohschneider-Kohrs

Extract



Der Landtag in Nordrhein-Westfalen beschloss am 18. Juli 1961 am Standort Bochum eine neue Universität zu gründen, die nach bereits vier Jahren im Wintersemester 1965/1966 den Betrieb aufnahm. Da eine schnelle Eröffnung der Ruhr-Universität Bochum angestrebt wurde, sollten zunächst die geisteswissenschaftlichen Institute aufgrund ihres geringen Aufwandes eingerichtet werden.1 Die Gründung und Einrichtung der einzelnen ›Abteilungen‹, in die die Wissenschaften »in Abweichung von der hergebrachten Fakultätsordnung«2 anfangs gegliedert waren, oblag von vornherein einer nachwachsenden Generation an Wissenschaftlern, die mit wenigen Ausnahmen erst vor einer kurzen Zeit ihre Habilitationsverfahren abgeschlossen hatten. Zu diesen Neuberufungen zählte unter anderem die Münchener Privatdozentin Dr. Ingrid Strohschneider-Kohrs, die in der ersten Generation, neben den Professoren Hans Joachim Schrimpf, Klaus Günther Just und Paul Gerhard Klussmann, den Lehrstuhl für Neugermanistik am Germanistischen Institut mit dem Schwerpunkt Aufklärung und Romantik vertrat. Mit diesem Ruf auf ein Ordinariat zählte Ingrid Strohschneider-Kohrs in der Bundesrepublik Deutschland zu den ersten Frauen, die einen eigenen Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaften innehatten. Für die junge Ruhr-Universität Bochum war sie die erste Professorin überhaupt (Abb. 1, die Dame ganz links).3

Ingrid Strohschneider-Kohrs‘ Hauptwerk ist ihre 1957 in München eingereichte, mit einem mehrjährigen Stipendium seit 1953 verfasste Habilitationsschrift←41 | 42→ Die romantische Ironie in Theorie und Gestaltung. Darin erörtert sie das Phänomen der romantischen Ironie aus philosophischer und literaturtheoretischer Perspektive sowie unter dem Gesichtspunkt ihrer Anwendung auf die k...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.