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Literaturwissenschaftliche Aufbaujahre

Beiträge zur Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum – ein germanistikgeschichtliches Forschungsprojekt

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Carsten Zelle

Der Band ist ein Beitrag zur Germanistikgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Er rekonstruiert die Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der 1965 eröffneten Ruhr-Universität Bochum. Vorgestellt werden die ›Gründungsprofessoren‹ Ingrid Strohschneider-Kohrs – erste germanistische Lehrstuhlinhaberin der BRD –, Hans Joachim Schrimpf, Klaus Günther Just und Paul Gerhard Klussmann. Weitere Beiträge gelten der Bochumer Neugermanistik in der Studentenbewegung, ihrem Ausbau bis Mitte der 80er Jahre mit Komparatistik, Literaturdidaktik und Sozialgeschichte sowie prägenden Sammlungen und Institutionen. Verzeichnisse der Schriften, Lehrveranstaltungen und Doktoranden sowie maßstabsetzende Aufsätze der frühen Bochumer Neugermanisten werden dokumentiert.

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Marianne Kesting – »Kompa« – wie? Ein Fach mit mehreren Namen

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Sogenannte ›kleinere‹ Fächer, die keine sind – die Rede ist hier von einem Fach, das in Bochum im Wintersemester 2014/15 mehr als 650 eingeschriebene Studierende aufweist1 –, müssen sich manchmal zunächst vorstellen, wenn sie sich an Außenstehende wenden. Der offizielle Name des Faches, um dessen Bochumer Geschichte es im Folgenden geht, ist ›Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft‹; wo dieses Fach an anderen Universitäten angeboten wird, hat sich die Abkürzung ›AVL‹ eingebürgert. In Bochumer Sprachgebrauch hat sich demgegenüber (wie auch an einigen anderen Standorten des Faches) der Name ›Komparatistik‹ etabliert, der die vergleichende Dimension des Fachs stärker betont und die für Außenstehende kryptische Abkürzung des Fachnamens vermeidet (was bis heute nicht heißt, daß jeder Außenstehende wüßte, was ›Komparatistik‹ ist). Wenn in der folgenden Übersicht von der Bochumer Komparatistik aus der Perspektive von Strukturplänen, universitärer Selbstverwaltung und Studienordnungen die Rede ist, wird korrekterweise der (abgekürzte) offizielle Name des Fachs ›AVL‹ verwendet; wo es um fachlich-inhaltliche Belange geht, der den Bochumern vertrautere Name ›Komparatistik‹.

An französischen und US-amerikanischen Universitäten als akademische Disziplin seit langem institutionalisiert (die Einrichtung der ersten französischen Lehrstühle für komparatistische Literaturwissenschaft erfolgt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die der ersten amerikanischen an dessen Ende), etabliert sich die Komparatistik als Fach an deutschen Universitäten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Dies geschieht im Zeichen einer generellen Öffnung zum Ausland, einer Internationalisierung des wissenschaftlichen...

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