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Literaturwissenschaftliche Aufbaujahre

Beiträge zur Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum – ein germanistikgeschichtliches Forschungsprojekt

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Edited By Carsten Zelle

Der Band ist ein Beitrag zur Germanistikgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Er rekonstruiert die Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der 1965 eröffneten Ruhr-Universität Bochum. Vorgestellt werden die ›Gründungsprofessoren‹ Ingrid Strohschneider-Kohrs – erste germanistische Lehrstuhlinhaberin der BRD –, Hans Joachim Schrimpf, Klaus Günther Just und Paul Gerhard Klussmann. Weitere Beiträge gelten der Bochumer Neugermanistik in der Studentenbewegung, ihrem Ausbau bis Mitte der 80er Jahre mit Komparatistik, Literaturdidaktik und Sozialgeschichte sowie prägenden Sammlungen und Institutionen. Verzeichnisse der Schriften, Lehrveranstaltungen und Doktoranden sowie maßstabsetzende Aufsätze der frühen Bochumer Neugermanisten werden dokumentiert.

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Die Literarische Gesellschaft Bochum

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Als am 9. Mai 1905 Schillers 100. Todestag begangen wurde, war dies mehr als ein Randereignis – eher könnte man von nationalen Feierlichkeiten sprechen, die mit Anfertigung von Postkarten und Büsten, aber auch Hymnen oder Denkmälern gestaltet und von Lesungen sowie Vereinsgründungen begleitet wurden: in Bochum z. B. die Literarische Gesellschaft, sodann die Stadtbücherei und indirekt auch das Schauspielhaus. Die Folgen des Jubiläumsjahres gehen vor allem auf die Initiativen eines liberalen Bürgertums zurück, das an seine Unterhaltungs- und Bildungsbedürfnisse dachte und diese nicht mehr in Privathäusern begehen, sondern im öffentlichen Raum zelebrieren wollte und sich dabei auf vermögende Initiatoren stützen konnte. Erst später wurden Kultureinrichtungen ganz von der öffentlichen Hand getragen – was sich in Bochum an der Gründung des Schauspielhauses in der heutigen Form ablesen lässt, die 1919 von Mitgliedern der Literarischen Gesellschaft maßgeblich auf den Weg gebracht wurde. Jedenfalls war 1905 ein Initiativjahr, und mit Blick auf Bochum lässt sich von einem weihevollen Begängnis berichten, das Vorträge, Musik oder die Pflanzung eines Schiller-Baumes umfasste, aber auch mit einer Versammlung schloss, die sich mit viel Pathos vornahm, alle literarischen Aktivitäten in Bochum zu vereinen und die kulturelle Diaspora Bochum mit Vorträgen, Gesellschaftsabenden oder Bühnenaufführungen, auch gelegentlichen »volksthümlichen« Darbietungen zur Blüte zu bringen.1 Doch war man trotz des Bemühens, Schillers hochgespannte Vision eines ästhetischen Staates wenigstens auf regionaler Ebene zu realisieren, klug genug, die...

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