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Völkische Bewegung zwischen Weser und Ems

Richard von Hoff und die Nordische Gesellschaft in Bremen und Nordwestdeutschland

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Matthias Loeber

Die Nordische Gesellschaft zählt zu den außergewöhnlichsten völkischen Organisationen der Zwischenkriegszeit. Seit 1933 war sie Teil des Alfred Rosenberg unterstehenden Außenpolitischen Amtes der NSDAP und erhielt offiziell den Auftrag, die nordische Rassenideologie zu fördern. Diese Studie ist eine Teilbiografie des einflussreichen nordwestdeutschen Protagonisten der Nordischen Gesellschaft: Richard von Hoff. Er war ab 1933 Bildungssenator in Bremen. Hoffs Agieren in der völkischen Bewegung, das in sein Engagement in der Nordischen Gesellschaft mündete und sich dort entfaltete, wird in dieser Studie erstmals ebenso präsentiert wie die regionalen Aktivitäten der Gesellschaft.

 

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6. Epilog

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Die Untersuchung hat gezeigt, dass die Nordische Gesellschaft bis in das letzte Jahr des Zweiten Weltkrieges in der ideologischen Arbeit aktiv blieb und sogar mit praktischen Maßnahmen auf das Kriegsgeschehen einzuwirken versuchte. Nominell blieb sie bis 1957 bestehen. Es ist bemerkenswert, dass bislang kaum danach gefragt wurde, ob nach Kriegsende erneut Aktivitäten zu verzeichnen waren und welche Kontinuitäten nach 1945 hätten bestehen können. So erwähnt einzig Lutzhöft Günthers publizistisches Spätwerk.595 Ob nach 1945 versucht wurde, die Arbeit der Gesellschaft wieder aufzunehmen, wurde bislang nicht untersucht.

Während die Nordische Gesellschaft nominell über den Nationalsozialismus hinaus existierte, erlebte Richard von Hoff das Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr. Am 22. April 1945, fünf Tage vor der Befreiung Bremens durch britische und kanadische Truppen, wurde er während eines der letzten Luftangriffe auf die Stadt durch eine Luftmine schwer verletzt. Die Eroberung Bremens erlebte er nicht mehr bei Bewusstsein, in der Nacht vom 7. auf den 8. Mai 1945 erlag er seinen Verletzungen.596

Da Unterlagen eines posthum durchgeführten Entnazifizierungsverfahrens gegen Richard von Hoff überliefert sind, muss an dieser Stelle noch auf die Situation nach Kriegsende eingegangen werden. Das Verfahren wurde 1947 augenscheinlich durch die Witwe des Ideologen, Fanny von Hoff angeregt, da diese erst durch die politische Entlastung ihres Mannes Ansprüche auf dessen Pension hätte geltend machen können.

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