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Identitätsbildung und Partizipation im 19. und 20. Jahrhundert

Luxemburg im europäischen Kontext

Series:

Norbert Franz, Thorsten Fuchshuber, Sonja Kmec, Jean-Paul Lehners and Renée Wagener

Gesellschaften mit starker Einwanderung kennzeichnen vielfältige Formen von Identitätsbildung und das Ringen um politische und zivilgesellschaftliche Partizipation. Dies gilt in besonderer Weise für Luxemburg im 19. und 20. Jahrhundert. Hier entstand in einem Kleinstaat eine der jüngeren Nationen Europas und zugleich eine besonders offene, plurikulturelle Einwanderungsgesellschaft. Ziel dieses Bandes ist es, die Entstehung dieser Mehr-Kulturen-Gesellschaft im europäischen Zusammenhang zu verstehen. Die einzelnen Beiträge analysieren mit Hilfe unterschiedlicher sozial- und kulturwissenschaftlicher Annäherungen exemplarische Konfliktlinien der Identitätsbildung und des Kampfes um Partizipation.

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Die kulturelle Partizipation von Frauen der Oberschicht in Luxemburg (1850–1900) (Josiane Weber)

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Josiane Weber

Die kulturelle Partizipation von Frauen der Oberschicht in Luxemburg (1850–1900)

1.  Einleitung

In den europäischen Staaten zeichnete sich die Oberschicht im 19. Jahrhundert dadurch aus, dass sie über das ökonomische, soziale und kulturelle Kapital verfügte. Ansehen und Macht, Besitz und Bildung erwiesen sich als die ausschlaggebenden Faktoren für die Zugehörigkeit zur Oberschicht. Die Elitenbildung erfolgte durch eine ausgesuchte Erziehung und Ausbildung, durch Führungspositionen in Politik und Wirtschaft, durch strategische Heiraten und familiäre Allianzen sowie durch kulturelle Dominanz und einen gehobenen Lebensstil.1 Für das 19. Jahrhundert gilt es als unbestreitbar, dass die Familie „als Hort des sozialen und ökonomischen Kapitals ihre zentrale Bedeutung“ hatte und „über Sozialisation und Kompetenzerwerb, Ausbildung und Karriere, Startkapital und Marktkenntnis, Heirat und soziales Netzwerk, mithin über alle jene zahlreichen strategisch wichtigen Vorbedingungen“2 entschied. Diese Kriterien begründeten und stabilisierten die Abgrenzung zu den mittleren und unteren Gesellschaftsschichten und schlossen diese weitgehend von jeglicher Form der Herrschaft aus.

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