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Identitätsbildung und Partizipation im 19. und 20. Jahrhundert

Luxemburg im europäischen Kontext

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Edited By Norbert Franz, Thorsten Fuchshuber, Sonja Kmec, Jean-Paul Lehners and Renée Wagener

Gesellschaften mit starker Einwanderung kennzeichnen vielfältige Formen von Identitätsbildung und das Ringen um politische und zivilgesellschaftliche Partizipation. Dies gilt in besonderer Weise für Luxemburg im 19. und 20. Jahrhundert. Hier entstand in einem Kleinstaat eine der jüngeren Nationen Europas und zugleich eine besonders offene, plurikulturelle Einwanderungsgesellschaft. Ziel dieses Bandes ist es, die Entstehung dieser Mehr-Kulturen-Gesellschaft im europäischen Zusammenhang zu verstehen. Die einzelnen Beiträge analysieren mit Hilfe unterschiedlicher sozial- und kulturwissenschaftlicher Annäherungen exemplarische Konfliktlinien der Identitätsbildung und des Kampfes um Partizipation.

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Nationalsprache und nationale Identität. Die Debatten im Vorfeld des Sprachengesetzes (1974–1984) (Fernand Fehlen)

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Fernand Fehlen

Nationalsprache und nationale Identität. Die Debatten im Vorfeld des Sprachengesetzes (1974–1984)

1.  Einleitung

1984 wurde das wichtigste und weitreichendste sprachenpolitische Gesetz, das bis heute den offiziellen Sprachengebrauch des Staates regelt, verabschiedet.1 Gegenstand dieses Beitrages ist nicht dieses Gesetz oder der Gesetzgebungsprozess im engeren Sinne, sondern die ihnen vorausgegangenen öffentlichen Debatten. Dabei wurde das Jahr 1974 als Anfangspunkt gewählt, weil es symbolisch für das Ende einer Epoche und für eine tiefgreifende Zäsur in der politischen Geschichte Luxemburgs steht. In der damaligen Debatte waren die beiden Topoi der nationalen Identität und der Nationalsprache eng miteinander verschränkt, wurden teilweise sogar synonym gebraucht, da für manche Zeitgenossen die Sprache nicht nur das wichtigste, sondern sogar das einzige Wesensmerkmal der Luxemburger Identität war. Somit lässt sich die teilweise mit abgehobenen juristischen oder sprachwissenschaftlichen Argumenten geführte Debatte auch als die Euphemisierung einer fundamentalen Fragestellung um die Inklusion in Gesellschaft und Wirtschaft lesen: Wie soll Luxemburg sich weiterentwickeln und welchen Platz will man den neu hinzugekommenen Migranten einräumen?

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