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Interne Evaluation zwischen bildungspolitischen Vorgaben und individueller Entwicklung der Einzelschule

Eine empirische Studie an beruflichen Schulen

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Jana Rückmann

Im Rahmen einer empirischen Studie an Berliner beruflichen Schulen untersucht die Autorin Evaluations- und Entwicklungsprozesse und dabei insbesondere die subjektive Perspektive der pädagogischen Akteure. Die Studie umfasst Dokumentenanalysen, Gruppeninterviews sowie eine Lehrkräftebefragung. Die Befunde verweisen unter anderem auf eine abnehmende Distanz gegenüber internen Evaluationsmaßnahmen sowie auf einen Anstieg an Evaluationsaktivitäten. Direkte Wirksamkeiten für den Prozess der Evaluation selbst sowie Kontinuität und Nachhaltigkeit der Evaluationsaktivitäten lassen sich hingegen kaum beobachten. Die Analyse der Ergebnisse zeigt, dass die pädagogischen Akteure die bildungspolitischen Vorgaben überwiegend als extern induziert, als wenig kompatibel mit den einzelschulischen Bedürfnissen sowie als zusätzliche Belastung wahrnehmen.

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5 Studie I: Dokumentenanalysen schulinterner Evaluationsberichte

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Die Untersuchung der schulinternen Evaluationsberichte von insgesamt 11 Berliner beruflichen Schulen ist die erste der insgesamt drei Teilstudien, die diese Arbeit umfasst. Bildungspolitik und Bildungsadministration verfolgen mit rechtlichen Vorgaben das Ziel der Qualitätssicherung und Entwicklung von Unterricht und Schule (vgl. Köller 2009, 168). Die Erstellung eines internen Evaluationsberichts wie eines schulindividuellen Schulprogramms ist rechtliche Vorgabe durch die Berliner Schulverwaltung. Nach dem Berliner Schulgesetz (§ 9 Abs. 2) hat jede Schule der Schulkonferenz und der Schulaufsichtsbehörde einen schriftlichen Evaluationsbericht vorzulegen. Laut den rechtlichen Vorgaben soll dieser Bericht einen Beitrag zur „kontinuierlichen Qualitätssicherung“ (BerlSchG § 9 Abs. 1) der Schule leisten. Unter Einbezug der die Schulgesetzgebung konkretisierenden Verwaltungsvorschriften (BerlSchG § 1) ist erkennbar, dass das Schulprogramm und der interne Evaluationsbericht aufeinander zu beziehende Instrumente sind: Schulgesetzlich ist festgelegt, dass jede Schule bereits in ihrem Schulprogramm „die Evaluationskriterien, mit denen sie die Qualität ihrer Arbeit beurteilt und die Annäherung an die gesetzten und vereinbarten Ziele misst“ (BerlSchG § 8 Abs. 2, Satz 4), festzulegen hat. Laut den Ausführungsvorschriften zur Erstellung der Schulprogramme und zur internen Evaluation (AV Schulprogramm) hat jede Schule im Schulprogramm zudem „Gegenstände, Ziele, Kriterien, Qualitätsindikatoren und Verfahren der internen Evaluation“ anzugeben (AV Schulprogramm 1(2g); vgl. Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung 2008). Schulgesetzlich ist weiterhin festgelegt, dass „die Ergebnisse der internen Evaluation bei der Fortschreibung des Schulprogramms zu berücksichtigen sind“ (BerlSchG § 8 Abs. 5). Damit ein interner Evaluationsbericht die Intentionen der Berliner Bildungspolitik und -administration faktisch ausüben kann, muss...

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