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Provincial Turn

Verhältnis zwischen Staat und Provinz im südöstlichen Europa vom letzten Drittel des 17. bis ins 21. Jahrhundert

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Edited By Ulrike Tischler-Hofer and Karl Kaser

Das Buch analysiert aus historischer Perspektive das Verhältnis zwischen Staat und Provinz im südöstlichen Europa. Die internationalen Beiträge erweitern die Ideen des Vorgängerbandes «Provinz als Denk- und Lebensform» um die historische Erforschung von «Provinz». Die BeiträgerInnen decken einen zeitlichen Bogen vom letzten Drittel des 17. bis ins 21. Jahrhundert und einen räumlichen Horizont vom Südwesten der Habsburgermonarchie bis in die europäischen Randzonen des Osmanischen Reiches ab. Durch den spezifischen Blickwinkel «von unten» werden die komplexen Beziehungen zwischen «Provinz» und Staat oder Zentrum in neues Licht gerückt.

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Sein oder Nichtsein. Mediales Räsonieren im Hl. Römischen Reich über die Zukunft der Balkanländer während des Türkenkriegs, 1788–1791 (Ivan Părvev)

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Ivan Părvev

Sein oder Nichtsein. Mediales Räsonieren im Hl. Römischen Reich über die Zukunft der Balkanländer während des Türkenkriegs, 1788–1791

Der letzte Türkenkrieg der Habsburger von 1788 bis 1791 war unmittelbar mit der neuen Balkanpolitik Josephs II. verbunden, die sich radikal von der Passivität Maria Theresias in der Orientpolitik unterschied: Im Einvernehmen mit Russland sollte die osmanische Herrschaft in Europa beendet und durch eine österreichisch-russische Einflusssphärenabgrenzung ersetzt werden.

Zeitgleich wurden die militärischen Auseinandersetzungen auf dem Balkan in den Periodika des Alten Reiches über die Zukunft eines nicht mehr osmanischen Südosteuropas reflektiert. Dabei wurden unterschiedliche Szenarien durchgespielt – von der Schaffung einer neuen habsburgischen Provinz bis hin zur Gründung einer regionalen eigenständigen Macht auf dem Balkan, die das bestehende Kräftegleichgewicht in Europa zu verändern imstande sein würde. Welche Variante für das Alte Reich vorzuziehen sei, überrascht als suggeriertes Fazit nicht nur den Leser des 21. Jahrhunderts, sondern bewegte wohl auch das geneigte Publikum des späten 18. Jahrhunderts.

Sowohl die eigentlichen Pläne der Alliierten in Bezug auf die postosmanische Zukunft der Balkanländer als auch der Ausgang des öffentlichen Räsonierens, ob man eine neue österreichische Provinz auf dem Balkan anstreben solle oder nicht, wichen schließlich der nüchternen Feststellung, dass die Waffen und die Politik der Mächte das letzte Wort haben würden. So kam es denn auch, dass im Frieden von...

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