Show Less
Restricted access

Provincial Turn

Verhältnis zwischen Staat und Provinz im südöstlichen Europa vom letzten Drittel des 17. bis ins 21. Jahrhundert

Series:

Ulrike Tischler-Hofer and Karl Kaser

Das Buch analysiert aus historischer Perspektive das Verhältnis zwischen Staat und Provinz im südöstlichen Europa. Die internationalen Beiträge erweitern die Ideen des Vorgängerbandes «Provinz als Denk- und Lebensform» um die historische Erforschung von «Provinz». Die BeiträgerInnen decken einen zeitlichen Bogen vom letzten Drittel des 17. bis ins 21. Jahrhundert und einen räumlichen Horizont vom Südwesten der Habsburgermonarchie bis in die europäischen Randzonen des Osmanischen Reiches ab. Durch den spezifischen Blickwinkel «von unten» werden die komplexen Beziehungen zwischen «Provinz» und Staat oder Zentrum in neues Licht gerückt.

Show Summary Details
Restricted access

Provinz und staatliche Bevölkerungspolitik im 18. Jahrhundert: Deportationen nach Siebenbürgen (Mathias Beer)

Extract

Mathias Beer

Provinz und staatliche Bevölkerungspolitik im 18. Jahrhundert: Deportationen nach Siebenbürgen

Einführung oder: Stimmen aus der Provinz

„Lieber Sohn, unsre Reyse ist zu Waßer und zu Landt glücklich fortgegangen […] und wie wir in 7bürgen an denen Evangelischen Örthern angekommen seyn, haben uns sowohl welt- als geistliche Herrn mit Freuden empfangen und uns höchst gnädig begabet mit Geld, Brodt, Fleisch, Wein und Bier und Anders mehr […] haben auch, Gott sey ewig Lob und Danck, gutte eyffrige Evangelische Regenten und Obrigkeit, die uns sowohl in geist- als leiblichen Sachen Schutz tragen; Thun uns auch einem iedwedern nach seinem Stand und Vermögen zu einem Hauß verhelffen, welcher ein Handwerck oder eine Kunst kan [n], der wird darzu aufgenommen; Wer aber eine Bauernschaft oder grundt verlanget, dem helfen sie zu und umsonst […] Wir haben auch, Gott sey Lob, gutte Evangelische Prediger, die uns das reine Wort Gottes klar vortragen.“1

„Liebwerthester Freund, ich habe recht viele Drangsale in diesem Landes ausgestanden, viele Krankheiten und Armuth, auch Absterben der Meinigen, indem mein Vater, zwey Kinder, Schwäher, Schwieger und Schwägerin, und dazu mein liebes Weib erst in diesem Monat den 5. Februar dieses zeitliche gesegnet, und mich also jetzt mit drey kleinen Kindern im betrübten Wittwerstand befinde. Ich habe auch nichts eigenes.“2

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.