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Konnektoren im gesprochenen Deutsch

Eine Untersuchung am Beispiel der kommunikativen Gattung «autobiographisches Interview»

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Giorgio Antonioli

Dieses Buch schließt eine Lücke in der Konnektorenforschung, indem es den Gebrauch von Konnektoren im gesprochenen Deutsch untersucht. Die Fragestellung bringt Elemente aus dem traditionellen grammatischen Ansatz und aus der pragmatisch basierten Forschung zur gesprochenen Sprache zusammen. In Anlehnung an die Methode der Interaktionalen Linguistik analysiert der Autor den Gebrauch der Konjunktoren «und», «aber» und der Adverbkonnektoren «also», «dann» in zwei Korpora von autobiographischen Interviews. Die Untersuchung zeigt, wie Konnektoren zur Bewältigung von verschiedenartigen kommunikativen Aufgaben zur Stiftung von Intersubjektivität und zur Gesprächsorganisation eingesetzt werden können.

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2. Und

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2. Und

Abstract This chapter sums up the results of the empirical analysis of concjunction und. Among the analyzed connectives, und is the only one which can occur in one and only one position in its hosting utterance, i.e. in position zero. On the other hand it can be used at local as well as at global discourse level with different functions, which the analysis will attempt to point out.

Die deutsche Syntax ordnet und als Universalkonjunktor ein, der die verschiedensten syntaktischen Einheiten miteinander koordinieren kann – Morpheme, Wörter, Phrasen, Verbgruppen, Sätze – (vgl. Zifonun/Hoffmann/Strecker 1997: 2390 ff.). Dabei unterliegt der Gebrauch von und Restriktionen bezüglich der Form seiner Konjunkte und seiner topologischen Position. Was die Konjunkte anbelangt, kann und nur syntaktische Einheiten des gleichen Typs verbinden, d. h. Hauptsätze mit Hauptsätzen, Nebensätze mit Nebensätzen (vgl. Eisenberg 2006: 202), Fragen mit Fragen und Assertionen mit Assertionen (vgl. Zifonun/Hoffmann/Strecker 1997: 2379) usw. Eine weitere, für das Anliegen dieser Analyse besonders bedeutsame Restriktion, beschränkt die Positionierbarkeit von und. Als satzkoordinierender Konjunktor kann und nur die Nullposition besetzen, d. h. es kann lediglich zwischen seinen beiden Konjunkten gestellt werden. (vgl. Pasch et al. 2003: 70). Diese topologische Restriktion lässt sich auf die Sequenzebene folgendermaßen übertragen:

(1) Interview Alfred Engel (IS032)

In diesem Fall, der im Folgenden ausführlicher vorgestellt wird, wird eine Koordination hergestellt, deren Konjunkte auf zwei konversationelle Turns verteilt sind. Der erste Konjunkt befindet...

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