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Boccaccios «De mulieribus claris»

Einführung und Handbuch

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Heinz Willi Wittschier

Dieses Handbuch untersucht Boccaccios «De mulieribus claris» umfassend und kann so zeigen, dass sich das Werk über 106 besondere Frauen als «präfeministisch» erweist. Die unterstellte Misogynie Boccaccios ist einer Unkenntnis des lateinischen Originals oder eklektizistischem Umgang mit bloßen Fragmenten geschuldet. Umfassende Analysen von Übersetzungen und Forschungen erhellen jenen Irrtum: Boccaccio hatte, anders als Petrarca, ein bipolares Verständnis vom Menschen und setzte das Weltbild Plutarchs als gemeinsames Agieren von Männern und Frauen humanistisch fort. Vergleichende Blicke auf Christine de Pizans «Cité des Dames» zeigen, dass ein nur von und für Frauen vertretener Feminismus kein ausgewogenes Begreifen der Welt ermöglicht.

Das Handbuch schließt mit einer kommentierten Bibliographie zu Werk, Autor und angrenzenden Themenkreisen.

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‘Verzeichnis’ der 106 weiblichen Gestalten von DMC. Inhaltsskizzen der einzelnen Kapitel und Einstiegshilfen für die eigene Lektüre

Extract

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[Gemeint sind alle ‘Viten’ weiblicher Gestalten, die Giovanni Boccaccio in seinem De mulieribus claris behandelt. Es wird die Reihenfolge gemäß der kritischen Edition von Vittorio Zaccaria (11967, 21970) beibehalten.

Während die Kodizes generell römische Ziffern für die einzelnen ‘Kapitel’ verwenden, entschieden wir uns hier für arabische Zahlen, was heutzutage mehr Übersichtlichkeit bzw. ein schnelleres Auffinden ermöglicht.

Einem Kenner des lateinischen Wortlauts von DMC sind wohl alle Namen der Protagonistinnen und deren Darstellung sowie entsprechende Initialformulierungen geläufig; wem das Frauenbuch aber nur aus einer Übersetzung vertraut ist, kann mit der lateinischen Liste und ihren Angaben im Ablativ – d. h. mit dem für jedes Interpretieren maßgeblichen ‘Original’ – nicht sehr viel anfangen; deshalb haben wir gewisse Erklärungen eingefügt, die jedoch nicht ins Uferlose gehen durften, weil Herkunft, Bedeutung und Deutung einer weiblichen Figur letztlich nur aus der jeweiligen lateinischen Schilderung Boccaccios zu erschließen sind.

Bei allen Erläuterungen zu bestimmten Gestalten der Mythologie oder der Geschichte ist zu berücksichtigen, dass es hier nicht um heutige Erkenntnisse, sondern um Boccaccios damaliges Wissen und seine philologischen Vermutungen oder literarischen Annahmen geht. Vieles davon findet man in seinem mythologischen Handbuch De genealogiis deorum gentilium wieder, dort oft ausführlicher dargestellt.

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