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Medizin im Konzentrationslager Flossenbürg 1938 bis 1945

Biografische Annäherungen an Täter, Opfer und Tatbestände

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Jessica Tannenbaum

Die Quellenstudie liefert einen Beitrag zur Medizingeschichte des KZ Flossenbürg. Durch die über 1945 hinausgehende Perspektive kann die Autorin in Übereinstimmung mit der aktuellen Täterforschung deutlich machen, wie Justiz und Standesvertretungen in der Nachkriegszeit mit den ärztlichen Tätern umgingen. Da das KZ Flossenbürg im Nürnberger Ärzteprozess keine Rolle spielte, hat dies die Einschätzung der medizinischen NS-Verbrechen an diesem Ort grundsätzlich verzerrt. Die Autorin zeigt, wie die Lagerärzte durch ein Netzwerk miteinander verknüpft waren und sich gegenseitig hilfreiche Dokumente sowohl während des 2. Weltkrieges als auch danach ausstellten. Am Sonderfall des Chirurgen H. Schmitz stellt sie dar, wie viele SS-Ärzte sich den juristischen Konsequenzen in Bezug auf das Lager Flossenbürg entziehen konnten.

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8. Glossar der medizinischen Fachbegriffe

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8. Glossar der medizinischen Fachbegriffe799

Dieses Glossar stellt eine Auswahl dar und kann ein medizinisches Wörterbuch nicht ersetzen. Es wurde versucht, Begriffe, Krankheiten, Operationsverfahren oder Substanzen auszuwählen, die für die medizinische Situation in einem Konzentrationslager bzw. für die Spätfolgen der ehemaligen Gefangenen von Belang waren und sind oder die in den konsultierten Quellen immer wieder auftauchen. Es besteht somit keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.

Aminoglykoside: In den 1930er und 1940er Jahren von IG Farben entwickelte Antibiotika. Damals einzig theoretisch verfügbare Antibiose, Penizillin stand in Deutschland noch nicht zur Verfügung. Im englischen Sprachgebrauch Sulfa-drugs genannt. Diese Substanzgruppe erlangte durch die Versuche am Menschen im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück, durchgeführt von Prof. Dr. med. Karl Gebhardt, traurige Berühmtheit.

Anämie: Blutarmut, genauer: Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die den Sauerstoff transportieren. Ursachen: starke oder wiederholte Blutungen, Mangelernährung.

Atrophie: Rückbildung/Verkleinerung (meist pathologisch).

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