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TO DO AS IF – Realitäten der Illusion im zeitgenössischen Theater

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André Eiermann

Wenn in Bezug auf Theater vom Als-ob die Rede ist, denkt man in der Regel nicht ans zeitgenössische Theater. Schließlich ist gegen das sogenannte «Illusionstheater», mit dem diese Rede für gewöhnlich assoziiert wird, seit Beginn des 20. Jahrhunderts einiges unternommen worden. Zahlreiche Beispiele zeigen jedoch, dass das Als-ob keineswegs obsolet geworden ist. Illusion, mitunter auch Täuschung, ist im zeitgenössischen Theater Realität – auch dort, wo es nicht um die Darstellung fiktiver Realitäten geht, sondern um die Auseinandersetzung mit der Realität der Aufführungssituation als solcher. Die Beiträge dieses Bandes gehen verschiedenen Realitäten der Illusion im zeitgenössischen Theater nach und fragen nach den Konsequenzen, die sich daraus für die Theaterwissenschaft ergeben.

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Imitation of Life – Notizen und Skizzen (Boris Nikitin)

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Boris Nikitin

Imitation of Life – Notizen und Skizzen

Abstract: This article compiles several texts and notes by Boris Nikitin, provided in preparation of a panel discussion between him and the editor during the conference documented here. The collection documents the interests his artistic work dealt with between 2007 and 2012 and the way it reflected on the relation between reality, identity, representation and documentation. For this publication the artist has edited and reworked some of his notes.

Kein Dokument, kein Mensch.

Michail Bulgakov, Der Meister und Margarita

I. Notiz zum Lesen als Akt des Als-ob (2012/2016)

Lesen ist ein Akt des Als-ob. Eine lesende Person vollzieht die Worte eines anderen Menschen lesend nach und verleibt sich diese ein. Die lesende Person synchronisiert ihr Sprachzentrum mit jenem der schreibenden Person. Wort für Wort, Satz für Satz, Formulierung für Formulierung. Sie bewegt sich durch die Gedankenwelt der anderen Person – des Textes –, die für den Moment des Lesens ihre Gedankenwelt wird. Sie geht damit eine temporäre, freiwillige Schizophrenie ein. Natürlich ist es keine komplette Synchronisation. Es bleibt stets eine Lücke zwischen der lesenden Person und dem Imaginären des Textes, auf dessen Bahn sie sich begibt. Diese Lücke ist von unterschiedlicher Größe. Wäre sie geschlossen, entspräche dies einer kompletten Kongruenz. Die lesende Person löste sich vollständig im Imaginären des Textes auf und wäre de facto wahnsinnig....

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