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Ästhetische Erfahrungen

Theoretische Konzepte und empirische Befunde zur kulturellen Bildung

Series:

Sabine Grosser, Katharina Köller and Claudia Vorst

Im Rahmen der aktuellen Diskussion zur ästhetischen und kulturellen Bildung gehen Autorinnen und Autoren unterschiedlicher kulturwissenschaftlicher Disziplinen der Frage nach, was ästhetische Erfahrungen sind. Indem sie interdisziplinär sowie ästhetisch-transformatorisch arbeiten, können sie erörtern, wie sich etwas derart Flüchtiges und der Subjektivität Verhaftetes empirisch fassen und in Bildungsinstitutionen initiieren und vermitteln lässt. In den Projekten verlassen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den gewohnten Lernort, übersetzen Materialien in Sprache und Schrift, Texte in Film oder Literatur in Tanz oder werden dazu angehalten, ihre eigenen Wahrnehmungsmuster zu hinterfragen.

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Vorwort

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Die „ästhetische Rationalität“ ist ein Modus, in dem unser normaler und alltagspraktischer Zugang zur Welt „eine Unterbrechung erfährt“. „Die Sichtbarkeit des Sichtbaren“, die „Hörbarkeit des Hörbaren“, die „Sprachlichkeit der Sprache“ – sie geraten in einen Aggregatzustand, die alles das „zum Gegenstand einer nie zur Ruhe kommenden Aufmerksamkeit werden lassen“ – so zu lesen bei Horst Rumpf 2011 im Rekurs auf Karlheinz Stierle 1997. Längst wird die ästhetische Erfahrung, jener auf sinnlicher Wahrnehmung beruhender „Aggregatzustand“, nicht mehr als bloßer Gegenhorizont zu zweckorientiert-pragmatischen Seinsformen und Orientierungen verstanden. Vielmehr zählen Kreativität, Phantasie, Imaginationskraft, Kontemplativität und Ausdrucksfähigkeit zu den Schlüsselkompetenzen für die Daseinsgestaltung und -bewältigung unserer herausfordernden, hoch komplexen pluralen Welt. Ästhetisch-kulturelle Bildung besitzt damit den Rang eines interdisziplinären Kernprinzips für Schule und außerschulische Bildungseinrichtungen. Kulturelle Bildung – so ist es in vielen Bildungsplänen zu lesen – fördert künstlerische und ästhetische Kompetenzen und ist unverzichtbar für eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung. Der Zugang zu Kunst und Kultur und damit die Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben bildet ein Persönlichkeitsrecht – nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch beispielsweise für Seniorinnen und Senioren, die aktuell unter dem Stichwort der Kulturgeragogik in den Fokus von Forschung und Praxis rücken. Während die Bedeutung kultureller Bildung unbestritten ist, scheiden sich bei der Frage der Umsetzung in Bildungskontexte ebenso die Geister wie bei der Frage der Professionalisierung ästhetischer Prozesse und deren Vermittlung. In vielfältigen Diskursen wird...

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