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Das zeitgenössische Bilderbuch

Didaktische Chance und Herausforderung in der elementarpädagogischen Ausbildung

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Eva-Maria Dichtl

Die Studie widmet sich der Bedeutung von (angehenden) Fachkräften für kindliche Rezeptionsprozesse im institutionalisierten Kontext der Elementar- und Kindheitspädagogik. Dabei wertet die Autorin das unterschätzte Medium Bilderbuch auf, dessen verengte Wahrnehmung oftmals den didaktischen Mehrwert auch auf Seiten der pädagogischen Fachkräfte übersieht. Auf wissenschaftlicher Ebene fokussiert die Studie eine empirisch fundierte Theoriebildung zur Rolle von Fachkräften im kindlichen Rezeptionsprozess von Bilderbüchern. Mithilfe von Daten- und Methodentriangulation wirft die Autorin einen mehrperspektivischen Blick auf stabile Seh- und Rezeptionsgewohnheiten und damit verbundene handlungswirksame Theorien von Erwachsenen über den Gegenstand und dessen Vermittlung im institutionellen Kontext. Den praktischen Ertrag bildet die Konzeption von Modulen zur wissenschaftlichen Weiterbildung und in der akademischen Ausbildung.

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Nachbemerkung

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Begonnen wurde das Vorhaben mit dem Ziel, einen Beitrag zur Optimierung der kindlichen Bilderbuchrezeption im institutionellen Kontext zu leisten. Der am Schluss formulierte Anspruch soll jedoch nicht der Diffamierung traditionell gestalteter Bilderbücher oder der Negierung subjektiver Einstellungen und Meinungen gelten, sondern die Bedeutung einer professionellen Distanznahme erwachsener Literaturvermittlerinnen im Umgang mit zeitgenössischen Bilderbüchern im Spannungsfeld zwischen konventionell gestalteten und ästhetisch komplexen Werken evozieren. Der von Iris Kruse und Andrea Sabisch 2012 gewählte Tagungstitel „Fragwürdiges Bilderbuch: Blickwechsel – Denkspiele – Bildungspotenziale“66 lässt sich auch als zentrales Ziel der Didaktisierung formulieren:

Ein Perspektivwechsel

– von subjektiven Präferenzen zu professioneller Distanznahme;

– der zu initiierenden Bildungschancen, die neben sprachlichen und kognitiven Bildungsprozessen auch literarisches und bildliches Lernen einschließen;

– von textdominierendem Vermitteln von Inhalten zum gemeinsamen Entdecken und Aushandeln von Bedeutungen auf Basis von Bild und Text.

Infolgedessen müsste der in der Arbeit verwendete Begriff des „Literatur- und Bildvermittlers“ durch den „Literatur- oder Bildpartner“ ersetzt werden.

Ganz am Ende, nach nun drei Jahren intensiver Arbeit an Vorurteilen, Meinungen und Haltungen zu guten Bilderbüchern, wage ich zum Abschluss und in Anlehnung an den Kunstdidaktiker Paul Kästner67 ebenfalls eine Aussage zur Wertung geeigneter Bilderbücher in institutionellen Kontexten:

„Ein gutes Bilderbuch wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet!“ ←217 | 218→ ←218 | 219→

66 Tagung am 15./16. Juni 2012, Universität Hamburg

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