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Kulturspezifischer Tempusgebrauch in der Fremdsprache Deutsch am Beispiel griechischer Lernender

Lernersprachenanalyse – Kulturkontrastive Analyse

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Eirini Monsela

Das Buch erforscht den Präteritums- und Perfektgebrauch in der Fremdsprache Deutsch. Zu diesem Zweck wurden zwei neue Korpora erhoben, die aus schriftlichen Erzählungen deutscher und griechischer Lernender bestehen. Auf Grundlage einer Lernerspachenanalyse konnte festgestellt werden, dass die griechischen Lernenden, beeinflusst durch die L1, die deutschen Zeitformen ,Präteritum‘ und ,Perfekt‘, unter anderem auch aspektual verwenden. Zudem beleuchtet eine kulturkontrastive Analyse die kulturellen Hintergründe des Tempus- und/oder Aspektsystems im Deutschen und Neugriechischen und zeigt Parallelen zwischen Mythos- und Sprachebene für die jeweilige Kultur und Sprache auf.

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1. Einleitung

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Der sprachliche Ausdruck von Zeit als Forschungsgegenstand beschäftigt seit jeher den Menschen. Seit langem befassen sich damit Sprachtheoretiker und (Sprach-)Philosophen, (Kultur-)Anthropologen und Theologen, Kognitionspsychologen und Sozialarchäologen, Experten der Interkulturellen Kommunikation und Wirtschaftswissenschaftler. Das aus so zahlreichen Disziplinen stammende Interesse an der Verbalisierung der Zeit bestätigt, was schon Cassirer in seiner Kulturtheorie erklärt, dass nämlich der sprachliche Ausdruck der Zeit eine symbolische Form ist, die mit den weiteren symbolischen Formen ständig interagiert, sowohl mit dem Mythos, der Religion, der Geschichte und der Wissenschaft als auch mit der Kunst und der Technik (vgl. Kap. 2.4). Gerade deswegen muss der verbale Zeitausdruck, also die Temporalität und/oder Aspektualität, nicht nur monodisziplinär, sondern auch interdisziplinär erforscht werden, d.h., aus der Sicht der Sprache wie auch aus der Sicht der oben erwähnten symbolischen Formen, anders gesagt: im Rahmen der Kultur (vgl. Götze 2004: 29ff.) – und es sei angemerkt, dass Kultur hier nicht nur auf die Hochkultur, sondern auch auf die Alltagskultur bezogen ist (vgl. Götze 2005: 131).

Angesichts dessen empfiehlt es sich, wie bei jeder Forschung auf dem Feld der Grammatik, auch bei der Untersuchung von Lernersprachen bzw. zum Zwecke des Fremdsprachenunterrichts das jeweilige grammatische Phänomen nicht kulturisoliert, sondern kulturintegriert zu untersuchen. Dies korreliert mit der Herangehensweise Humboldts, der fremde Sprachen nicht mit dem einzigen Ziel, die Unterschiedlichkeit der Sprachsysteme festzustellen, erforschte, sondern hauptsächlich, um die Andersartigkeit der dahinter verborgenen Weltansichten zu begreifen. Humboldts Auffassung,...

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