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Kulturspezifischer Tempusgebrauch in der Fremdsprache Deutsch am Beispiel griechischer Lernender

Lernersprachenanalyse – Kulturkontrastive Analyse

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Eirini Monsela

Das Buch erforscht den Präteritums- und Perfektgebrauch in der Fremdsprache Deutsch. Zu diesem Zweck wurden zwei neue Korpora erhoben, die aus schriftlichen Erzählungen deutscher und griechischer Lernender bestehen. Auf Grundlage einer Lernerspachenanalyse konnte festgestellt werden, dass die griechischen Lernenden, beeinflusst durch die L1, die deutschen Zeitformen ,Präteritum‘ und ,Perfekt‘, unter anderem auch aspektual verwenden. Zudem beleuchtet eine kulturkontrastive Analyse die kulturellen Hintergründe des Tempus- und/oder Aspektsystems im Deutschen und Neugriechischen und zeigt Parallelen zwischen Mythos- und Sprachebene für die jeweilige Kultur und Sprache auf.

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7. Analyse

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Aus der Sicht des kulturkontrastiven Ansatzes (vgl. auch Kap. 2.7) erscheint es als unabdingbar, jedes grammatische Phänomen, wie z.B. den Zeitformengebrauch, in seiner ,natürlichen Umgebung‘, also in der jeweiligen Kultur, zu untersuchen und zu interpretieren, so dass auch die Bedeutung von ,kulturellen Hintergründen‘ bzw. ,kulturellen Unterschieden‘ bei der Tempusvermittlung im Fremdsprachenunterricht mitberücksichtigt werden kann. In Bezug auf die Unerlässlichkeit einer kulturbezogenen Tempusbetrachtung schreibt Götze:

„Deutlich wird, dass das Tempussystem der Verben der deutschen Sprache außerordentlich kompliziert ist, was freilich in den meisten Grammatiken verharmlost und damit verfälscht wird. Der Deutsch lernende Ausländer hat seine liebe Not damit. […] Die Schwierigkeit erhöht sich freilich in beträchtlichem Maße, wenn die Kulturbedingtheit von Sprache im Sinne von Wilhelm von Humboldt beachtet wird: Zeit- wie Raumvorstellungen werden in Sprache ausgedrückt. Damit rücken bei jeder sprachlichen Äußerung kulturelle Inhalte in den Blickpunkt.“ (Götze 2009b: 4)

Weiterhin wird zwischen einem Oberflächen- und einem Tiefenbereich differenziert, wobei der Oberflächenbereich sich auf den sprachlichen Ausdruck bezieht und der Tiefenbereich aus semantisch-kulturellen Elementen besteht. Wenn man diese zwei Ebenen aus der Bühler’schen Sicht betrachtet, handelt es sich bei dem Oberflächenbereich (a) im Falle des sprachlichen Ausdrucks um die (unterschiedlichen) Symptomfunktionen der Sprache (Sprache als Symptom) und (b) im Falle eines jeden Empfängers der schriftlichen oder mündlichen Sprache um ihre Signalfunktionen (Sprache als Signal), während sich der Tiefenbereich auf ihre Darstellungsfunktion bezieht...

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