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Identität und Wissen in ausgewählten Werken Elie Wiesels und William Styrons

(Wissens-)Grenzen des Selbst

Magdalena Fober

Wie soll die Erinnerung an den Holocaust zukünftig gestaltet werden? Vor dem Hintergrund dieser Frage untersucht die Autorin Wissen und Identität in den Werken Wiesels und Styrons. Sie entwirft ein Analysemodell, das verschiedene Formen des Wissens sowie Ebenen und Methoden der Wissenstransformation in literarischen Schriften mit den Identitätstheorien George Herbert Meads und Stuart Halls verbindet. Dadurch wird sichtbar, welche Wissensarten sich in den Texten identifizieren lassen und welchen interpretatorischen Mehrwert sie im Hinblick auf menschliche Identität aufweisen. Das Buch macht deutlich, dass in der Holocaustliteratur noch Forschungslücken bestehen und dass die Aufarbeitung dieser Problematiken ein Weg sein kann, dem «Verblassen der Vergangenheit» entgegenzuwirken.

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II. Literatur, Wissen, Identität: Theoretische Rahmenkonzepte im Kontext von Wissenstransformationen und Identitätskonstruktionen in Elie Wiesels Night und The Trial of God sowie William Styrons Sophie’s Choice

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II. Literatur, Wissen, Identität: Theoretische Rahmenkonzepte im Kontext von Wissenstransformationen und Identitätskonstruktionen in Elie Wiesels Night und The Trial of God sowie William Styrons Sophie’s Choice

“Dichtung,” so schreibt Robert Musil, “ist etwas anderes als Psychologie, so wie eben Dichtung etwas anderes als Wissenschaft ist …. Die Unterscheidung selbst ist einfach: Dichtung vermittelt nicht Wissen und Erkenntnis. Aber: Dichtung benutzt Wissen und Erkenntnis” (70). In Anlehnung an Musils These geht die vorliegende Arbeit von der Annahme aus, dass die amerikanischen Autoren Elie Wiesel und William Styron sich eines bestimmten Kontingents an Wissen bedient haben, um in ihren Werken Identitäten im Spiegel des Holocaust literarisch zu konstruieren. Im Vorfeld der Analyse dieser Wissensbestände und ihres interpretatorischen Mehrwerts im Hinblick auf Identitätskonstruktionen in Wiesels Night und The Trial of God und Styrons Sophie’s Choice werden im folgenden Kapitel zunächst einige theoretische Überlegungen zu den Termini Wissen und Identität, sowie zu Ebenen und Methoden der Transformation von Wissensbeständen in literarische Texte erarbeitet.

Der Begriff des Wissens, verstanden als “dynamische, sich diachron wie synchron verändernde Gesamtheit von begründeten Kenntnissen, die in bzw. mit kulturellen Systemen erworben, gespeichert und weitergegeben werden” (Klausnitzer VI), unterliegt hierbei in Anlehnung an Gabi Reinmann und Thomas Bernhard Seiler einer Differenzierung zwischen öffentlichem und personalem Wissen. An die nähere Erläuterung dieser Wissensformen schließt sich im folgenden Kapitel die Frage nach Zusammenhängen von Erinnerungen – wie sie etwa in autobiographischen Holocausttexten fixiert werden – und Wissen...

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