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DaF-Übungsgrammatiken zwischen Sprachwissenschaft und Didaktik

Perspektiven auf die semanto-pragmatische Dimension der Grammatik

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Daniela Puato and Claudio Di Meola

DaF-Übungsgrammatiken sind ein wesentlicher Bestandteil der Unterrichtspraxis, haben jedoch in der Forschung relativ wenig Beachtung gefunden. Die Studie untersucht 24 international ausgerichtete Übungsgrammatiken für Anfänger und Fortgeschrittene auf ihre wissenschaftliche und didaktische Adäquatheit. Die Autoren diskutieren hierbei zwölf grammatische Phänomene aus den Bereichen Morphosyntax und Textaufbau unter semanto-pragmatischen Aspekten. Sie analysieren unter anderem Genus, Tempus, Modus, Diathese, Wortbildung, Wortstellung und Satzverknüpfung. Das Buch ist forschungsorientiert, versteht sich aber auch als didaktische Anregung für Lehrende und Lernende.

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3. Tempus I: Präsens/Futur I (Claudio Di Meola)

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3. Tempus I: Präsens/Futur I

(Claudio Di Meola)

Abstract: Future events are encoded in German mainly by two grammatical tenses: the unmarked Präsens (morgen gehe ich zum Arzt) and the marked Futur I (morgen werde ich zum Arzt gehen). Futur I specifies temporal distance/discontinuity and highlights the proposition on a semantic and pragmatic level, but can also be used as a desemanticized alternative to the Präsens.

Zukünftige Ereignisse (die sich also in einer Relation der Nachzeitigkeit hinsichtlich des Sprechzeitpunktes befinden) werden in erster Linie durch zwei Tempora kodiert: Präsens und Futur I (morgen gehe ich zum Arzt / morgen werde ich zum Arzt gehen). Präsens ist das unmarkierte Tempus, das in bestimmten Kontexten auch temporale Nähe/Kontinuität bzw. Gewissheit ausdrücken kann. Das Futur I erscheint markiert als Tempus der Distanz/Diskontinuität und ist durch eine semanto-pragmatische Hervorhebungsfunktion gekennzeichnet (beispielsweise in Sprechakten mit hoher Sprecherinvolvierung). In einigen Verwendungen ist es schließlich desemantisiert und kann unterschiedslos durch das Präsens ausgetauscht werden.

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