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Arabische Sprache im Kontext

Festschrift zu Ehren von Eckehard Schulz

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Edited By Beate Backe, Thoralf Hanstein and Kristina Stock

Den Eintritt in den «Ruhestand» von Eckehard Schulz, Professor für Arabische Sprach- und Übersetzungswissenschaft an der Universität Leipzig von 1993 bis 2018, haben nationale und internationale Fachkolleg*innen und Schüler*innen zum Anlass genommen, um in ihren Beiträgen aufzuzeigen, wie relevant die arabische Sprache und vor allem deren angemessene Beherrschung mittlerweile in den verschiedenen Bereichen von Wissenschaft und Praxis geworden sind. Unter Beachtung der aktuellen politischen und sozialen Gegebenheiten erstreckt sich der Kontext von den Teilgebieten der Linguistik – wie z.B. der Übersetzungswissenschaft, Grammatik und Dialektologie – über Politik- und Rechtswissenschaft sowie Didaktik und Ethnologie bis hin zu den Medienwissenschaften und zur Informatik.

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Sprachpragmatik

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Die ma ‛ānī al-kalām von Ibn Fāris.Illokutionäre Rollen in der arabischen balāġa

Maik Mehlhose, Leipzig

1.     Einleitung

In der Sprachwissenschaft vollzog sich in den 1960er Jahren die sogenannte pragmatische Wende, die ausgehend von der Sprachphilosophie erklärte, dass Sprache oder Sprechen einen wesentlichen Bestandteil menschlichen Handelns darstelle. Bereits in den 1950er Jahren beschäftigte sich der Sprachphilosoph und Sprachwissenschaftler John Austin damit, wie mit Sprache gehandelt werden könne und entwickelte seine Sprechakttheorie, die nach seinem Tod aus Vorlesungsmitschnitten und -mitschriften rekonstruiert und im Werk „How to do things with Words“ veröffentlicht wurde.1 Bereits in der ersten Vorlesung über performative Äußerungen findet sich folgende Anmerkung:

Die Erscheinung, um die es hier geht, ist sehr verbreitet und liegt ganz offen zutage; hier und da müssen andere sie bemerkt haben. Aber ich habe noch niemanden gefunden, der sich richtig darum gekümmert hätte.2

Offenbar ist Austin nicht der erste, der wissenschaftliche Theorien zu Sprechhandlungen verbreitete. Tatsächlich haben sich bereits tausend Jahre zuvor arabische Rhetoriker mit gewissen Aspekten von Sprechakten auseinandergesetzt. Stock beschreibt in ihren Ausführungen zur arabischen Stilistik3 die einzelnen Teilbereiche der arabischen Rhetorik, darunter auch den ‛ilm al-ma‛ānī, die „Wissenschaft“ oder „Lehre der Bedeutungen“. Diesem Bereich wird klassischerweise auch die Figur des ḫabar wa-l-inšā’ (etwa „die Nachricht und Hervorrufung“) zugeschrieben. Bei den Erklärungen zum inšā’ weist Stock darauf hin, dass sich viele hierunter subsumierte Äußerungen mit...

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