Show Less
Restricted access

Arabische Sprache im Kontext

Festschrift zu Ehren von Eckehard Schulz

Series:

Edited By Beate Backe, Thoralf Hanstein and Kristina Stock

Den Eintritt in den «Ruhestand» von Eckehard Schulz, Professor für Arabische Sprach- und Übersetzungswissenschaft an der Universität Leipzig von 1993 bis 2018, haben nationale und internationale Fachkolleg*innen und Schüler*innen zum Anlass genommen, um in ihren Beiträgen aufzuzeigen, wie relevant die arabische Sprache und vor allem deren angemessene Beherrschung mittlerweile in den verschiedenen Bereichen von Wissenschaft und Praxis geworden sind. Unter Beachtung der aktuellen politischen und sozialen Gegebenheiten erstreckt sich der Kontext von den Teilgebieten der Linguistik – wie z.B. der Übersetzungswissenschaft, Grammatik und Dialektologie – über Politik- und Rechtswissenschaft sowie Didaktik und Ethnologie bis hin zu den Medienwissenschaften und zur Informatik.

Show Summary Details
Restricted access

Orientalismus in den Medien: Zu den (sprachlichen) Strategien der Konstruktion des ‚Anderen‘ (Carola Richter)

Extract

Orientalismus in den Medien:Zu den (sprachlichen) Strategiender Konstruktion des ‚Anderen‘

Carola Richter, Berlin

Einleitung

„Orientalism has a remarkable holding power, supported by the media and popular discourse, in which Arabs and Muslims and terrorism and evil are all wrapped up together.“1 Edward Said hat mit diesem Zitat von 1987 seine ein Jahrzehnt vorher aufgestellte und bis heute gültige These eindrücklich bekräftigt: Durch bestimmte diskursive und sprachliche Strategien konstruieren wir (im Westen) „den Orient“ und „die Orientalen“ und produzieren damit ein essentialistisches Bild einer ganzen Weltregion und ihrer Bewohner. Dieser Essentialismus begünstige die Ausbildung von Vorurteilen und sogar Feindbildern, die die Menschen aus dieser Region oder mit arabischen Wurzeln als problematische „Andere“ markieren. Der fundamentalistische Terrorist, die unterdrückte Kopftuchträgerin, die exotische Orientalin oder der sex-besessene jugendliche Araber sind demnach Teil westlicher Vorstellungswelten vom Orient, die teilweise über Jahrhunderte konstruiert worden sind.

Seit dem 18. Jahrhundert existierte in Europa mit dem Orientalismus bzw. der Orientalistik eine akademische Disziplin, die sich der wissenschaftlichen Erforschung von Indien, Persien, dem heutigen Nahen Osten und Nordafrika annahm. In den Werken etlicher Maler und Dichter dieser Zeit, wie zum Beispiel auch Johann Wolfgang von Goethe, lässt sich nachvollziehen, wie fasziniert man schon damals von der angenommenen „Exotik“, „Sinnlichkeit“ oder gleich der „Mentalität“ der dortigen Gesellschaften war. Philosophen wie Hegel, Nietzsche oder Marx bezogen sich wiederum auf den Orient als eine Region, von deren Rückständigkeit und der ihr...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.