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Arabische Sprache im Kontext

Festschrift zu Ehren von Eckehard Schulz

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Edited By Beate Backe, Thoralf Hanstein and Kristina Stock

Den Eintritt in den «Ruhestand» von Eckehard Schulz, Professor für Arabische Sprach- und Übersetzungswissenschaft an der Universität Leipzig von 1993 bis 2018, haben nationale und internationale Fachkolleg*innen und Schüler*innen zum Anlass genommen, um in ihren Beiträgen aufzuzeigen, wie relevant die arabische Sprache und vor allem deren angemessene Beherrschung mittlerweile in den verschiedenen Bereichen von Wissenschaft und Praxis geworden sind. Unter Beachtung der aktuellen politischen und sozialen Gegebenheiten erstreckt sich der Kontext von den Teilgebieten der Linguistik – wie z.B. der Übersetzungswissenschaft, Grammatik und Dialektologie – über Politik- und Rechtswissenschaft sowie Didaktik und Ethnologie bis hin zu den Medienwissenschaften und zur Informatik.

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Fachsprachenforschung

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Die gesetzliche Vertretung (an-niyāba aš-šar‛īya)im islamischen Familienrecht:Normen, Veränderungen und Herausforderungen

Hans-Georg Ebert, Leipzig

1.     Einleitung

Die zunehmende internationale Verflechtung, Migrationsströme infolge wirtschaftlicher oder politischer Krisenerscheinungen sowie globale Herausforderungen machen die Kenntnis ausländischer Gesetze und Rechtsfiguren unumgänglich. Anders als in nationalen Rechtsordnungen liegen „fremde“ Regelungen nicht selten nur in der jeweiligen Landessprache oder in mehr oder weniger verbindlicher und gelungener Übersetzung in die englische oder französische Sprache vor. Grundsätzlich wird jedoch die Landessprache bevorzugt, wenn es um die Auslegung einer bestimmten Norm geht. Die Maghreb-Länder Tunesien, Algerien und Marokko veröffentlichen beispielsweise ihre Staatsanzeiger in arabischer und französischer Sprache.1 Dennoch ist es in vielen Fällen erforderlich, die arabische Variante zu Rate zu ziehen. Hinzu kommt, dass gerichtliche Entscheidungen zumeist in der Landessprache vorliegen. Für die arabischen Länder ist trotz des Vordringens der englischen Sprache die Kenntnis des Arabischen zwingend, sollen Sinn und Bedeutung einer Norm erfasst werden. Dabei geht es nicht nur um den Wortsinn, d.h. die eigentliche „philologische“ Auslegung, sondern auch um den Kontext, die Entstehungsgeschichte und den Zweck.2 Es ist besonders erwähnenswert, dass im Lehrbuch Modernes Hocharabisch von E. Schulz zahlreiche Texte und Übungen den rechtswissenschaftlichen Wortschatz im Arabischen behandeln und damit den Studierenden die Möglichkeit ← 373 | 374 → eröffnet wird, grundlegende Termini des Islamischen Rechts (aš-šarī‛a) bzw. der islamischen Jurisprudenz (al-fiqh) zu erfassen.3

Im Rahmen der vom Grundgesetz...

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