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Gedächtnisraum Literatur – Gedächtnisraum Sprache: Europäische Dimensionen slavischer Geschichte und Kultur

Festschrift für Svetlana und Gerhard Ressel

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Edited By Alexander Bierich, Thomas Bruns and Henrieke Stahl

Die Festschrift ist Herrn Professor Gerhard Ressel und seiner Ehefrau Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zusammen gewidmet. Ihre menschliche Verbundenheit führte im wissenschaftlichen Bereich von Forschung und Lehre zu einer Vielzahl gemeinsam verfasster und veröffentlichter Beiträge im In- und Ausland und ebenso gemeinsam abgehaltener Lehrveranstaltungen. Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre zeigten und zeigen sich dabei die Jubilare als Slavisten im besten Sinne des Wortes, haben sie in ihrer langjährigen Tätigkeit doch nicht nur verschiedene slavische Sprachen abgedeckt, sondern darüber hinaus in gleicher Weise die drei Säulen der Philologie, die Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft.

An der Festschrift hat sich eine große Zahl von Freunden, ehemaligen SchülerInnen, MitarbeiterInnen und KollegInnen mit Beiträgen beteiligt, deren Bandbreite von einzelphilologischen, sprach- wie literaturwissenschaftlichen Aspekten der Slavistik bis hin zu übergreifenden, interdisziplinär ausgerichteten kultur- und geisteswissenschaftlichen Fragestellungen im gesamteuropäischen Kontext bestens geeignet ist, das vielschichtige Schaffen von Prof. em. Dr. Gerhard Ressel und Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zu reflektieren.

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Anmerkungen zu den Nomina anatomica in polnischen Somatismen

Anmerkungen zu den Nomina anatomica

in polnischen Somatismen

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Bernhard Symanzik (Münster)

Der menschliche Körper als Ganzes und die Teile des menschlichen Körpers sind für die intellektuelle bzw. kognitive Entwicklung des einzelnen Menschen (Ontogenese), aber auch für die stammesgeschichtliche Entwicklung der menschlichen Spezies (Phylogenese) von enorm großer Bedeutung. Diese herausragende Relevanz für die spezifisch humane Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten ist insbesondere in den Arbeiten von Mark Johnson The Body in the Mind und von George Lakoff und Mark Johnson Philosophy in the Flesh eindrucksvoll bestätigt worden.1 Auch die jüngsten Arbeiten aus der Entwicklungspsychologie, insbesondere aber auch die linguistischen Beiträge mit kognitionswissenschaftlicher Ausrichtung zum Thema Embodiment2, konnten die wichtige Rolle der Spezifik des menschlichen Körpers für die Entwicklung der intellektuellen bzw. kognitiven Fähigkeiten für den Menschen belegen.

Ausgehend von diesen wichtigen Einsichten und Ergebnissen in Arbeiten der letzten Jahre kann, da kognitive und sprachliche Entwicklung in einem engen interaktiven Zusammenhang stehen,3 geschlossen werden, dass der menschliche Körper auch in sprachlicher Hinsicht eine wichtige Rolle spielt. Besonders evident wird dieser Umstand bei der Betrachtung der Phraseologismen. Allein schon in quantitativer Hinsicht wird deutlich, wie zentral der menschliche Körper bzw. seine Körperteile für die Idiomgenese sowohl im Polnischen als auch ←187 | 188→im Deutschen sind. Der prozentuale Anteil der sog. Somatismen4 am deutschen bzw. polnischen Idiombestand bewegt sich zwischen ca. 20% und 25%, je nachdem wie eng oder weit der Begriff der Somatismen gefasst wird.5

Neben...

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