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Gedächtnisraum Literatur – Gedächtnisraum Sprache: Europäische Dimensionen slavischer Geschichte und Kultur

Festschrift für Svetlana und Gerhard Ressel

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Edited By Alexander Bierich, Thomas Bruns and Henrieke Stahl

Die Festschrift ist Herrn Professor Gerhard Ressel und seiner Ehefrau Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zusammen gewidmet. Ihre menschliche Verbundenheit führte im wissenschaftlichen Bereich von Forschung und Lehre zu einer Vielzahl gemeinsam verfasster und veröffentlichter Beiträge im In- und Ausland und ebenso gemeinsam abgehaltener Lehrveranstaltungen. Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre zeigten und zeigen sich dabei die Jubilare als Slavisten im besten Sinne des Wortes, haben sie in ihrer langjährigen Tätigkeit doch nicht nur verschiedene slavische Sprachen abgedeckt, sondern darüber hinaus in gleicher Weise die drei Säulen der Philologie, die Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft.

An der Festschrift hat sich eine große Zahl von Freunden, ehemaligen SchülerInnen, MitarbeiterInnen und KollegInnen mit Beiträgen beteiligt, deren Bandbreite von einzelphilologischen, sprach- wie literaturwissenschaftlichen Aspekten der Slavistik bis hin zu übergreifenden, interdisziplinär ausgerichteten kultur- und geisteswissenschaftlichen Fragestellungen im gesamteuropäischen Kontext bestens geeignet ist, das vielschichtige Schaffen von Prof. em. Dr. Gerhard Ressel und Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zu reflektieren.

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Bunin, die Krim und die Ukraine

Bunin, die Krim und die Ukraine

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Holger Gemba (Bochum)

Die Krim und die Ukraine stellen zentrale „Laboratorien der Kompositionstechnik“ innerhalb des Frühwerks Ivan Bunins (1870-1953) dar, in denen der spätere Nobelpreisträger wichtige Verfahren der Darstellung erprobt und entwickelt. Gleichzeitig repräsentieren die Krim und die Ukraine „besondere Orte“, aufgeladene Räume für die literarische Modellierung intensiver existentieller und seelischer Qualitäten, die Erfahrungen von Erhabenheit, Glück, Begeisterung, Spiritualität, Leidenschaft bis hin zu Bedrohung, Todesangst und Verlust beinhalten.

Für diese Emotionen entwickelt Bunin in der Beschreibung von Bergwelten und Meereslandschaften, Flora und Fauna, eine für ihn typische und unverwechselbare „Sprache“, die in der Regel auf sympathetische Naturbilder zurückgreift. Bunin wird im Verlaufe seines Schaffens diesen Bildern differenzierte inhaltliche Funktionen zuweisen, die von dem einfachen Ausdruck von Emotionen bis hin zu dem kompensatorischen Ersatz scheinbar „fehlender“ Handlung reichen können. Dabei wird der toponymische Bezug zu „realen“ Räumen sukzessive zurücktreten. Die in den Krim- und Ukrainetexten entwickelten Bilder können, wie zu zeigen sein wird, durchaus auch für andere Räume verwendet werden.

Neben der spatialen Ebene tauchen sowohl in den Krim- als auch den Ukrainetexten markante Begegnungen mit mythisch-legendären Orten und Naturkulissen auf, die die Bewegung in den Raum zugleich zu einer sinnlichen Wiederbegegnung mit einer vertraut erscheinenden mythisch-legendären Zeit verwandeln.1 Die Synthese von Naturerlebnis und Geschichtserfahrung stellt neben der zuvor genannten Entwicklung eines Repertoires an Naturbildern, die sukzessive chronotopisch eingesetzt werden, ein zentrales Element in Bunins...

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