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Gedächtnisraum Literatur – Gedächtnisraum Sprache: Europäische Dimensionen slavischer Geschichte und Kultur

Festschrift für Svetlana und Gerhard Ressel

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Edited By Alexander Bierich, Thomas Bruns and Henrieke Stahl

Die Festschrift ist Herrn Professor Gerhard Ressel und seiner Ehefrau Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zusammen gewidmet. Ihre menschliche Verbundenheit führte im wissenschaftlichen Bereich von Forschung und Lehre zu einer Vielzahl gemeinsam verfasster und veröffentlichter Beiträge im In- und Ausland und ebenso gemeinsam abgehaltener Lehrveranstaltungen. Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre zeigten und zeigen sich dabei die Jubilare als Slavisten im besten Sinne des Wortes, haben sie in ihrer langjährigen Tätigkeit doch nicht nur verschiedene slavische Sprachen abgedeckt, sondern darüber hinaus in gleicher Weise die drei Säulen der Philologie, die Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft.

An der Festschrift hat sich eine große Zahl von Freunden, ehemaligen SchülerInnen, MitarbeiterInnen und KollegInnen mit Beiträgen beteiligt, deren Bandbreite von einzelphilologischen, sprach- wie literaturwissenschaftlichen Aspekten der Slavistik bis hin zu übergreifenden, interdisziplinär ausgerichteten kultur- und geisteswissenschaftlichen Fragestellungen im gesamteuropäischen Kontext bestens geeignet ist, das vielschichtige Schaffen von Prof. em. Dr. Gerhard Ressel und Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zu reflektieren.

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Opfer – Beute – Boten der Humanisierung? Frauenschicksale in Kao da me nema/Als gäbe es mich nicht (1999) und Grbavica/Esmas Geheimnis – Grbavica (2006)

Opfer – Beute – Boten der Humanisierung? Frauenschicksale

in Kao da me nema/Als gäbe es mich nicht (1999) und

GRBAVICA/ESMAS GEHEIMNIS – GRBAVICA (2006)

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Marijana Erstić (Split)

Der Bosnienkrieg (1992-1995) gilt als ein Krieg, bei dem die Vergewaltigungen der Frauen als eine politische Strategie eingesetzt wurden. Damit ordnet sich dieser Krieg in die Reihe der Konflikte ein, bei denen die körperliche und seelische Erniedrigung und die Gewalt an Frauen systematisch betrieben wurden. Nach dem Krieg entstand, namentlich aus der Feder- und Kameraführung von literarischen und Film-Autorinnen, eine Reihe von Werken, die sich mit eben dieser Thematik beschäftigt. Im Zentrum dieses Aufsatzes stehen deshalb die exemplarischen Auseinandersetzungen mit dem Tatbestand der systematischen Vergewaltigungen und ihrer Verarbeitungen in den literarischen Werken (Roman Kao da me nema von Slavenka Drakulić aus dem Jahr 1999) und in den Spielfilmen (GRBAVICA/ESMAS GEHEIMNIS – GRBAVICA (2006) von Jasmila Žbanić). Diese Werke fungieren als Formen des „Umgangs mit Geschehenem“1 in der neueren südslawischen Kulturgeschichte.

Die kroatische Schriftstellerin Slavenka Drakulić, die für ihr Buch Oni ne bi ni mrava zgazili2 (2003)/Keiner war dabei (2004)3 im Jahr 2005 den Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung erhalten hat, schrieb Ende der 1990er Jahre einen Roman über die Massenvergewaltigungen der Frauen im Bosnienkrieg mit dem Titel Kao da me nema/Als gäbe es mich nicht.4 Der Roman beginnt in einem Stockholmer Krankenhaus, in dem die junge Bosnierin S. kurz ←477 | 478→vor der Entbindung steht. Sie steht allerdings auch vor der Frage, ob sie das Kind behalten oder zur Adoption freigeben soll. Das Kind hat nicht einen Vater, der Vater sind die...

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