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Die digitale Dimension des Strafprozessrechts

Zur Doppelnatur digitaler Beweise

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Laura Iva Savic

Die Auswirkungen der Digitalisierung auf das strafprozessuale Beweisrecht sind im digitalen Zeitalter von besonderer Bedeutung. Die Autorin analysiert die Probleme, die mit der zunehmenden Einführung digitaler Beweismittel einhergehen und arbeitet diese unter Vergleich der bestehenden Regelungen auf. Informationstechnisch liegt der Fokus auf der Bewertung der Beweis- und Manipulationssicherheit, sowie der Darstellung der zunehmenden Rolle der IT-Forensik. Letztlich kommt sie zu dem Ergebnis, dass die spezifischen Beweisprobleme nur unter Berücksichtigung der Doppelnatur digitaler Beweise aufzuklären sind.

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B. Grundlagen

B. Grundlagen

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Angesichts der zunehmenden Bedeutung digitaler Infrastrukturen, des Internets als globale Kommunikationsplattform und virtueller Marktplatz für Waren und Dienstleistungen,3 verwundert es nicht, dass der Prozess der Digitalisierung und Vernetzung in unserem Alltag immer schneller voranschreitet. Digitalität betrifft und verändert inzwischen fast alle Bereiche unserer Gesellschaft: Kultur, Medien, Wissenschaft, Politik, Recht und Wirtschaft.4 Dabei stellt sich die Digitalisierung nicht allein als ein technologisches Phänomen, sondern darüber hinaus auch als ein kulturelles Phänomen dar.5

In dem technischen Zusammenhang soll im Folgenden unter der Digitalisierung von Inhalten die Elektronifizierung aller Informationen, d.h. Umwandlung dieser in einen einheitlichen Binärcode verstanden werden.6 Die ursprünglich analogen Informationen und Größen werden in diskrete Werte überführt,7 und durch die in der Computerpraxis bedeutendste Form, der sog. Binärtechnik, in Form der Ziffern 1 und 0 dargestellt. Dem Konstrukt der Digitalisierung liegt der Grundgedanke zugrunde, Informationen in eine Form zu überführen, die eine Verarbeitung mittels eines Computers ermöglichen.8 Heutige Computer verwenden beinahe ausschließlich das binäre (duale, zweiwertige) System9, um Informationen durch Zahlen darzustellen; sog. „digitale Einheitssprache“10. Selbst vielfältige, komplizierte und multidimensionale Informationen lassen ←19 | 20→sich durch komplexe Sequenzen von Zahlen darstellen, elektronisch speichern und weiterverarbeiten.11 Die digitale Technologie ermöglicht es also, alle Informationen computerpraktikabel auszurichten. Unerheblich ist dabei, aus welcher Informationsquelle die zu bearbeitenden Daten stammen und welcher Art sie sind (Video- Audiosignale oder Daten).12 Die Digitalisierung ist die technologische Grundlage der Wissens- und Informationsgesellschaft.13 Weil die...

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