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Schulische Literaturvermittlungsprozesse im Fokus empirischer Forschung

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Edited By Christian Dawidowski, Anna Rebecca Hoffmann, Angelika Ruth Stolle and Jennifer Witte

Die Literaturdidaktik versteht sich von Beginn an als handlungsleitende Wissenschaft. Dabei wurde lange Zeit vernachlässigt, gängige Methoden sowie unterrichtliche Praxis auch empirisch zu erforschen. So ist über Literaturvermittlungsprozesse wenig bekannt. Der Band versammelt verschiedene Forschungsprojekte und Studien, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen: Neben unterschiedlichen Forschungsansätzen und -methoden, die erörtert werden, nähern sich die Aufsätze sowohl der Erforschung der Unterrichtsprozesse als auch den zu Literaturvermittlungszwecken eingesetzten Medien und Hilfsmitteln aus unterschiedlichen Perspektiven an.
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Zum Matthäus-Effekt bei Support im Literaturunterricht. Befunde zur Wirksamkeit von Interpretationsaufgaben mit optionaler Unterstützung (Michael Steinmetz)

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Michael Steinmetz

Zusammenfassung: In dem Artikel werden Ergebnisse einer Studie zum literarischen Verstehen und Interpretieren mit und ohne Lernunterstützung präsentiert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Textverstehensaufgaben mit starkem Support für Lernende mit guten Lernvoraussetzungen günstiger sind als für Lernende mit weniger guten Lernvoraussetzungen. Dieses als „Matthäus-Effekt” bekannte Phänomen hat weitreichende förderpädagogische und literaturdidaktische Konsequenzen.

Abstract: This paper concerns the influence of task support on understanding and interpreting literary texts. The study shows that knowledge-based learning support is more effective for students with good learning conditions as for students with unfavorable learning conditions. This phenomenon is known as the "Matthew effect" and has far-reaching pedagogical consequences, for example in terms of differentiation.

Keywords: Matthew effect, learning support, literary comprehension; learning achievement, task-based learning, literature teaching

Grundlage des vorliegenden Beitrags ist eine empirische Studie zur Wirksamkeit von Aufgaben des interpretierenden Schreibens.1 Die Studie liefert Hinweise dafür, dass Unterstützungsangebote beim interpretierenden Schreiben lernstarke SchülerInnen weit mehr begünstigen als lernschwache. Dieses in den Bildungswissenschaften als „Matthäus-Effekt“ bekannte Phänomen hat weitreichende didaktische Konsequenzen – z. B. bzgl. der ←253 | 254→Differenzierung und Individualisierung in heterogenen Lerngruppen – und sollte daher verstärkt ins Blickfeld der didaktischen Fachdiskussion rücken.

Bevor ich genauer auf den Matthäus-Effekt beim interpretierenden Schreiben zu sprechen komme, richte ich den Blick auf die Studie, die Hinweise für ihn liefert. Konkret werde ich im Folgenden 1)...

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