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Wirtschaft, Wissenschaft und Weltgeltung.

Die Botanische Zentralstelle für die deutschen Kolonien am Botanischen Garten und Museum Berlin (1891–1920)

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Katja Kaiser

Diese Publikation untersucht die Beziehungen zwischen Wissenschaften und Kolonialismus am Beispiel der Berliner botanischen Einrichtungen. Im Fokus steht die dem Botanischen Garten und Museum angegliederte Botanische Zentralstelle für die deutschen Kolonien. Ihre Tätigkeit bestimmte die Verknüpfung von wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kolonialpolitischen Interessen. Die Studie beschreibt die Aufgabenbereiche der Botanischen Zentralstelle und die Motive der wichtigsten Akteure. Mit der Untersuchung der botanischen Netzwerke leistet sie einen Beitrag zu transimperialen Ansätzen der Kolonialgeschichtsschreibung. Exemplarische Objekt- und Sammlerbiographien widmen sich außerdem eingehend wissenschaftsgeschichtlichen Aspekten und der Aufarbeitung von Provenienzen kolonialer Sammlungen.

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Zusammenfassung

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Die Arbeit untersucht die Beziehungen zwischen Wissenschaften und Kolonialismus am Beispiel der Berliner botanischen Einrichtungen während der Kolonialexpansion des Deutschen Kaiserreiches. Im Fokus steht dabei die dem Botanischen Garten und Museum angegliederte Botanische Zentralstelle für die deutschen Kolonien. Sie wurde zum 1. April 1891 auf Initiative des Auswärtigen Amtes durch einen Vertrag mit dem Preußischen Kultusministerium, dem die botanischen Einrichtungen unterstanden, gegründet und von beiden Ministerien anteilig finanziert. Ausführliche Betrachtung finden die komplexen Verknüpfungen von wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kolonialpolitischen Interessen, die in den Folgejahren die Arbeit der Botanischen Zentralstelle bestimmten.

Dafür werden zunächst die Kontexte ihrer Gründung sowie die Motive der Hauptakteure beleuchtet, namentlich des Auswärtigen Amtes, des Kultusministeriums sowie der Leitung des Botanischen Gartens und Museums. Es wird geprüft, ob ein Zusammenhang zwischen der Verlegung der Institution von Schöneberg innerhalb Berlins auf ein größeres Gelände auswärts in Dahlem und der Zuweisung auf die Kolonien bezogener Aufgaben bestand. Von Interesse ist zudem die Rolle und Funktion dieser Tätigkeitsfelder im Rahmen der Gesamtinstitution. Die anschließende Analyse der Aufgabenbereiche der Botanischen Zentralstelle legt ihren Schwerpunkt auf die Institutionalisierungspraxis und Entwicklung der einzelnen Arbeitsfelder. Dabei werden die globalen Netzwerke, in denen die Botanische Zentralstelle operierte, nachgezeichnet und die Zirkulation von Pflanzenmaterial, botanischem Wissen und Fachpersonal beschrieben.

Die Erforschung insbesondere interimperialer Wissenstransfers leistet einen Beitrag zu neueren transimperialen Ansätzen der Kolonialgeschichtsschreibung. Noch vertieft wird dies durch den punktuellen Vergleich des Berliner...

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