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Wort- und Formenvielfalt

Festschrift für Christoph Koch zum 80. Geburtstag. Unter Mitarbeit von Daniel Petit

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Edited By Anna Jouravel and Audrey Mathys

Die Festschrift ehrt Christoph Koch, Professor für Vergleichende und Indogermanische Sprachwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Zu seinem 80. Geburtstag vereint der Band wissenschaftliche und persönliche Beiträge von Kollegen, Schülern und Freunden. Sie umfassen verschiedene Bereiche der historischen und modernen Sprachwissenschaften wie der Indogermanistik, der Byzantinistik, der Slavistik oder Baltistik, greifen kunsthistorische und editionsphilologische Fragestellungen auf und spiegeln somit das breite Spektrum der Interessens- und Forschungsgebiete des Jubilars wider.

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Der Ruf des Esels im Nahen Osten: Eine semitisch-armenische Entlehnungsbeziehung (Silvae armeniacae VII)

Matthias Fritz

Extract

This contribution discusses the possibility of Armenian himar ‘dumb’ being a loan word from a language of the Semitic family.

 

Seit vorgeschichtlicher Zeit (4. Jt. v. Chr.) wird der Esel als Haustier verwendet, als Lasttier und Zugtier (3. Jt. v. Chr.): Der Hausesel ist ein gezähmter Esel und stammt vom Afrikanischen Wildesel oder Echten Esel (Equus asinus) ab, während die verschiedenen Rassen des Asiatischen Wildesels oder Halbesels (Equus hemionus) kaum als Arbeitstiere Verwendung finden; möglicherweise wurden aber in der Antike im Nahen Osten auch Kreuzungen aus Esel und Wildesel genutzt (vgl. Clutton-Brock 1992).

Obwohl der Esel für den Menschen seit jeher von großem Nutzen ist, halten Menschen Esel gewöhnlich für dumm, so dass sie gewissermaßen sprichwörtlich für Dummheit stehen und dass die Bezeichnung für ‚Esel‘ vielfach synonym für einen sich dumm verhaltenden Menschen verwendet wird, weswegen sie auch als Schimpfwort zur Beleidigung anderer Menschen dienen kann.

Auch im Armenischen wird die Bezeichnung für ‚Esel‘, armen. էշ /ēš/, so verwendet. Eine armenische Sammlung von Eigenschaften des Esels, die ihm vom Menschen erst unterstellt werden und dann bei ihm zum Eindruck der Dummheit führen, findet sich bei Sakayan (2001, 4–5): Ignoranz, Sturheit, Faulheit, Talentlosigkeit, Grobheit, Mangel an Selbsterkenntnis, Willfährigkeit, Anfechtbarkeit, Rachsucht.

Nun gibt es aber auch im Armenischen ein eigenes Adjektiv, das die Eigenschaft ‚dumm‘ bezeichnet, und zwar armen. հիմար /himar/ mit entsprechenden verbalen Derivationen wie z....

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