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Politische Philosophie eines modernen Idealismus

Ideologiekritik, Politikwissenschaft, Staatsdenken

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Wolfgang Caspart

Ein moderner Idealismus stützt sich auf den transzendentalen Charakter der wissenschaftlichen Axiomatik wie auf die indeterministischen Ergebnisse der modernen Naturwissenschaften. Die Flucht in die Ideologie, Utopie oder Dogmatik hat nur derjenige nötig, welcher zur Transzendierung unfähig ist. Die Zusammenfassung und Einordnung der empirischen Theorien, Teilwerte und einzelreligiösen Bekenntnisse erfolgen durch ihre Überhöhung in den höchsten Ideen. Der Mangel an dem hierzu erforderlichen hermeneutischen Verständnis zwingt zu Ersatzvorstellungen in Form beliebig verabsolutierter empirischer Theorien oder Hypothesen, Teilwerte und konfessioneller Dogmen. Diese kommen nicht wissenschaftlich, sittlich oder göttlich geboten zustande, sondern werden willkürlich gesetzt. Der Realismus in der Lebensbewältigung bis hin zur Politik liegt in der gekonnten transzendentalen und ethischen Handhabung beschränkter Modelle.

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Zusammenfassung 132

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149 ZUSAMMENFASSUNG Wissenschaftstheorie: Die Axiome der Naturwissenschaften stammen nicht im- manent aus der Materie oder der Natur, sondern werden transzendental gewon- nen. Zudem wird in der gesellschaftlichen, politischen und auch wissenschaftli- chen Argumentation häufig zu wenig zwischen naturwissenschaftlicher Beweis- führung, Heuristik und Hermeneutik differenziert. Dazukommen noch vielfach die Fehler der Selbstreferenz aus confirmation bias (Übereinstimmungssuche), illusionären Korrelationen (Ignorierung abweichender Gesichtspunkte), Nichtre- präsentativität (Selektion statistischer Ausreißer) und Hindsight-Effekten (nach- trägliche Uminterpretierungen ursprünglicher Aussagen). Sozialphilosophie: Quantenphysik, Gestaltpsychologie, Unvollständigkeitstheo- rem, Systemtheorie, Chaostheorie, Selbstorganisation und Synergetik haben so- gar aposteriorisch zu einem Paradigmenwechsel des modernen wissenschaftli- chen Denkens in Richtung Idealismus geführt. Das Beharrungsvermögen der immer noch dominierenden sozialen und politischen Strukturen führt jedoch bisher dazu, dass die materialistischen Grundvorstellungen anachronistisch im- mer noch weite Teile der öffentlichen Diskussion bestimmen. Ideologiekritik: Die Generalisierung einer Hypothese oder empirischen Theorie führt durch die gleichzeitige Relativierung aller anderen Ansätze zu einer Ideo- logie, die der Forderung des Kritischen Rationalismus nach möglicher Falsifizie- rung krass widerspricht und damit jeden Wissenschaftsanspruch verliert. Ähn- lich funktioniert eine Utopie, welche einen Partialwert absolut setzt, damit alle anderen Werte relativiert und sittlich unüberhöht bleibt. Analog führen religiöse Dogmatismen zur Verabsolutierung einzelner Konfessionen und zur Abwertung aller anderen religiösen Positionen. Ästhetik: Das handwerkliche Können ist unabdingbare Voraussetzung wahrer Kunst, würde aber allein bloß zum Kunsthandwerk führen. Um zu einem Kunstwerk zu gelangen, muss die Fähigkeit und das Wollen hinzukommen,...

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