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Künstler mit Assistenzbedarf

Eine Interaktionsstudie

Frederik Poppe

Künstler mit Assistenzbedarf erreichen mittlerweile durch Ausstellungen und Publikationen einen gewissen Bekanntheitsgrad und sind auch auf dem Kunstmarkt präsent. Assistenten schaffen dabei die notwendigen Rahmenbedingungen für kreative Prozesse und leisten einen erheblichen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit. In dieser Studie wurden Interaktionen zwischen bildenden Künstlern mit Assistenzbedarf und ihren unterstützenden Bezugspersonen untersucht. Mit Hilfe von videografischen Erhebungsinstrumenten und narrativen Interviews konnte im Stil der Grounded Theory ein umfassendes Bild der Aufgabenbandbreite und des komplexen Rollenverständnisses von Assistenten erstellt werden. Es werden konzeptuelle Ideen für eine Professionalisierung der Ausbildung von Assistenten und Künstlern entwickelt, um den in der Zusammenarbeit auftretenden Interessenskonflikten begegnen zu können.

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9. Desiderata

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9.1. Supervisionsmodell Besonders die diskutierte Diskrepanz von Theorie und Praxis hinsichtlich der Einflussnahme durch Assistenten (siehe 7. und 8.) zeigt ein mögliches Handlungsfeld der verwendeten videografischen Methoden auf. Bei video- grafisch erhobenem Material handelt es sich um natürliche Daten. Diese wurden in Alltagssituationen gewonnen, d.h. die Ereignisse würden auch stattfinden, wenn keine Dokumentationsmedien zum Einsatz gekommen wären (siehe 6.4.1.). Die Daten bilden demnach in der Institution übliche In- teraktionen zwischen Künstlern und Assistenten ab. Die Methode könnte in modifizierter Form verwendet werden, um Akteure mit ihrem eigenen Han- deln zu konfrontieren und dieses zu reflektieren. Eine videogestützte Super- vision von Assistenz im Produktionsprozess wäre möglich. Bei der Beratung von Institutionen könnten positive Interaktionsbeispiele verwendet werden, um die selbst formulierte Grundhaltung eines Assistenten mit praktischen Beispielen zu unterfüttern. Es entsteht ein individualisierter Handlungsrah- men, da genau die Künstler und Assistenten dokumentiert wurden, die in der Institution regelmäßig arbeiten. Statt abstrakter Leitvorstellungen wird eine ganz spezielle Werkstattskizze mit all den Besonderheiten der Instituti- on und den Stärken der darin arbeitenden Künstler und Assistenten erstellt. Das Modell der positiven Beispielnennung funktioniert aber nur bedingt. Die Selbstwahrnehmung der in der Studie interviewten Assistenten hinsichtlich ihrer Unterstützungsarbeit ist bereits positiv. Eine Konfrontation mit beson- ders markanten, diskussionswürdigen Sequenzen (z.B. manipulative Assis- tenz) wäre darüber hinaus notwendig, um existierende Probleme zu erken- nen oder zu verdeutlichen. Durch das Aufzeigen einer Ambivalenz zwischen Selbstwahrnehmung und praktischem Handeln sollte...

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