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Zentralasien und die Weltmächte, oder: «Game Boys» auf Reisen

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August Pradetto

In dieser Studie werden die politischen, militärischen und ökonomischen Beziehungen zwischen Zentralasien und den Großmächten untersucht. Ausgangspunkt ist die mittlerweile zum Mainstream avancierte neorealistisch-geopolitische These, dass das Engagement der USA, Russlands, Chinas und der Europäischen Union vorrangig von machtpolitischer Konkurrenz und strategischen Interessen geleitet und ein neues Great Game um diese Region im Gange sei. Die empirischen Befunde widerlegen sowohl diese These als auch die Perzeption eines um sich greifenden Staatsverfalls in Zentralasien.

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2. Russland und Zentralasien 27

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1. Einführung 26 werden mit Blick auf die zentrale Fragestellung der Studie höchstens am Rande gestreift. Dabei wird hier davon ausgegangen, dass sicherheits- und ordnungspoliti- sche (d. h. auf die politisch-gesellschaftlichen Systeme Zentralasiens gerichtete) Interessen eng verzahnt und voneinander abhängig sind und in dieser Dependenz auch von allen beteiligten Akteuren so wahrgenommen werden. Die zweite Li- mitierung auf Wirtschafts- und Außenhandelsbeziehungen folgt der Annahme, dass unter den Vorzeichen ökonomischer Zwänge und der Priorisierung jeweils nationaler/regionaler Wirtschaftsentwicklungen im Diskurs der Akteure USA, EU, Russland und China – insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender ökonomischer Belastungen im Westen seit 2003 und dann noch verschärft durch die internationale Finanzkrise ab 2009 – die reale (und nicht so sehr auf theoreti- schen und strategischen Erwartungen beruhende) quantitative Bedeutung der Wirtschaftsbeziehungen ein ausschlaggebender Faktor ist, wenn es um außenpo- litische Entscheidungsprozesse in Bezug auf Zentralasien bzw. die Bewertung der Qualität der Beziehungen geht. Danach versucht die Studie die Frage zu beantworten, wie die Beziehungen der zentralasiatischen Staaten untereinander ausgestaltet sind. Die Ergebnisse in diesem Teil der Studie stützen die These von der autonom-abgrenzenden Au- ßenpolitik der zentralasiatischen Staatsführungen zusätzlich: Die regionale Ko- operation hat seit den 1990er Jahren nicht etwa zu-, sondern abgenommen. In einem dritten Schritt werden die Ursachen für diesen Sachverhalt ergründet, in- dem die gesellschaftlichen und politischen Systeme dieser Länder und somit ei- nige wesentliche endogene Determinanten außenpolitischer Entscheidungsfin- dung und außenpolitischen Verhaltens näher beleuchtet werden. Und schlie...

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