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SynchronEmotion

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Angelika Braun and Christa M. Heilmann

Filme stellen ein Gesamtkunstwerk aus kulturellen Situationen, Handlungen, Rollendarstellungen und Stimmen dar. Im synchronisierten Film schlüpfen neue Stimmen in die vorgeformte Kommunikationssituation des Originalfilms. Inwieweit Zielgruppen verschiedener Kulturen diesen Mismatch, diese fremden Stimmen im fremden Körper in kulturell differenten Situationen verstehen können, ist Thema dieser Studie. Anhand von akustischen Parametern, Merkmalen des Sprechens und Aspekten des Körperausdrucks untersuchten die Autorinnen einerseits, wie Basisemotionen in der Originalversion von «Ally McBeal», einer amerikanischen Anwalts-Fernsehserie, konfiguriert wurden und andererseits, inwieweit diese Darstellungen von amerikanischen, japanischen und deutschen Zuschauer/-innen verstanden werden konnten.

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2 Stimmkulturen

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Die menschliche Fähigkeit stimmlichen Ausdrucks reicht so weit zurück, dass man meinen könnte, alles Relevante sei bereits untersucht: „So deuten fossile Befunde der Schädelmorphologie darauf hin, dass die Fähigkeit zur stimmlichen Äußerung spätestens beim Homo heidelbergensis vor ca. 300.000 Jahren ebenso ausgebildet war wie beim heutigen Menschen“ (Lehmann 2008, 11). Im Kontext aktueller Synchronisation auf das Thema Stimme einzugehen, scheint dennoch nicht obsolet, existiert doch der merkwürdige Umstand des Überhörens: „Die Stimme wird als Stimme gewöhnlich überhört, und das gleiche trifft zu auf die alltägliche Geräusch- und Klangkulisse, aus der sich die Stimme heraushebt. Doch es geht nicht nur darum, dass die Laute hinter dem verlautbarten Sinn verschwinden. Das Hörphänomen wird verkannt, wenn man dahinter nicht mehr vermutet als die Verlautbarung von etwas, das im Stillen bereits da ist und nur auf seinen Auftritt wartet, besteht es doch in einem Lautwerden von etwas, das im Ertönen oder Erklin- gen zu dem wird, was es ist. […] Wenn ich von einem Ereignis des Lautwerdens spreche, so ist nicht in erster Linie an pompöse und spektakuläre Großereignisse zu denken, sondern daran, dass immerzu etwas geschieht, das nicht schon als Akt oder Aktion zu begreifen ist und nicht vorweg den intentionalen und regelförmigen Be- schreibungen und den subjektiven Zuschreibungen gehorcht, von denen die gewöhn- lichen Sprechakt- und Handlungstheorien ausgehen. Dies gilt auch für die Stimme, die sich im Wechsel des Gesprächs...

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