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Kompetenzzuschreibungen und Positionierungsprozesse

Eine postkoloniale Dekonstruktion im Kontext von Migration und Arbeitsmarkt

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Frauke Meyer

Diese Studie verknüpft feministisch-postkoloniale Theorieansätze mit der Methode der grounded theory, um die Begriffe Kompetenz und interkulturelle Kompetenz aus einer für die deutschsprachige Erziehungswissenschaft wenig gewöhnlichen Perspektive empirisch zu untersuchen. Die postkoloniale Kritik an der Addition sozialer Kategorien ernst nehmend, untersucht die Autorin (interkulturelle) Kompetenz hinsichtlich ihrer machtstabilisierenden Funktion. Wie wird Kompetenz über das Zusammenwirken sozialer Kategorien wie Rasse, Klasse, Geschlecht, Alter erzeugt? Welche beruflichen Positionen assoziieren spezifische Kompetenzkonstruktionen? Welche Strategien entwickeln «geanderte» und «weiße deutsche» Arbeitnehmende im Umgang mit solchen Kompetenzzuschreibungen und Positionierungen?

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Einleitung

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Ohne Kompetenz lässt sich auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt heutzutage wenig erreichen. Firmen suchen nach möglichst kompetenten MitarbeiterInnen, Weiterbildungsträger bieten diverse Kompetenztrainings an und im Bildungswe- sen wird, angefangen vom Kindergarten, über Schule und Berufsausbildung bis zum Studium, darüber nachgedacht, wie Kompetenzen identifiziert, entwickelt, gefördert oder beschrieben werden können. Die auf dem Arbeitsmarkt gefragten Kompetenzformen sind in den letzten Jahren, wie aus Stellenausschreibungen leicht ersichtlich wird, beinah sprunghaft angewachsen. Neben sozialer Kompe- tenz, kommunikativer Kompetenz und Fachkompetenz ist z.B. die Rede von Führungskompetenz, Beratungskompetenz, Innovationskompetenz, Planungs- kompetenz, Europakompetenz, sozialer Kompetenz, kommunikativer Kompe- tenz und nicht zuletzt von interkultureller Kompetenz. Interkulturelle Kompe- tenz gilt als die Schlüsselqualifikation auf den globalisierten und von Migration geprägten (Arbeits-)Märkten. Alle – vom Kindergartenkind, über SchülerInnen jeglicher Schulformen, von sog. einfachen ArbeiterInnen bis hin zur Spitzenma- nagerin, egal ob eingewandert oder nicht – sollten diese Kompetenz ‘haben’ bzw. entwickeln. Im Rahmen der interkulturellen Erziehungswissenschaft wird interkulturelle Kompetenz auch als besondere Qualifikation sog. MigrantInnen mit dem Ziel postuliert, ihnen auf diese Weise erweiterte Möglichkeiten zur Positionierung auf dem bundesdeutschen Arbeitsmarkt zu eröffnen. Ohne Kompetenz scheint eine Positionierung auf dem Arbeitsmarkt gegenwärtig undenkbar. Einstellende entscheiden entlang der Kompetenzen von BewerberInnen, welche Person am besten auf eine vakante Stelle passt, welche BewerberInnen den Anforderungen des Unternehmens entsprechen und welche nicht. Doch was verbirgt sich in und hinter Kompetenz? Welche Kriterien verwen- den Einstellende zur Feststellung von Kompetenz? Welche Bedeutung haben z.B. »Rasse/ Ethnizität/ Kultur«, »Klasse...

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