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Wilhelm Hauffs «Die Errettung Fatmes»

Textanalyse und Interpretation- Ein Beitrag zum kreativen Umgang mit dem Volksmärchen in einem Kunstmärchen

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Hans-Wolfgang Bindrim

Der schwäbische Dichter und Literat Wilhelm Hauff (1802-1827) ist heute vor allem als Märchenerzähler berühmt. Zu seinen orientalischen Märchen gehört auch die Geschichte Die Errettung Fatmes aus dem Märchenalmanach Die Karawane (1826). In dem Kunstmärchen hat er Strukturen, Elemente und Motive des Volksmärchens konstruiert und dekonstruiert. Insgesamt hat er die Märchenwelt psychologisiert, rationalisiert und säkularisiert. Darin liegt seine eigentliche poetische Leistung als «aufgeklärter» Märchenerzähler für Kinder und Erwachsene in der Epoche der Restauration und Biedermeierzeit. Das Märchen steht jedoch vor seiner Auflösung und wird zur bloßen Abenteuergeschichte, wenn die Begegnung mit dem Wunderbaren als Inhalt fehlt.

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Zeugnisse über das Märchen

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„Uns ist in alten mæren wunders viel geseit von helden lobebæren, von grôzer arebeit, von freuden, hôchgezîten, von weinen und von klagen, von küener recken strîten muget ír nu wunder hœren sagen.“ Das Nibelungenlied (I, 1) „Vom Himmel hoch, da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär; der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will.“ Martin Luther: Weihnachtslied „Life’s but a walking shadow, a poor player That struts and frets his hour upon the stage, And then is heard no more; it is a tale Told by an idiot, full of sound and fury, Signifying nothing.” William Shakespeare: „Macbeth” (V, 5) „Nicht die Kinder bloß, speist man Mit Märchen ab. –“ Gotthold Ephraim Lessing: „Nathan der Weise“ (III, 6) „Ich will euch erzählen ein Märchen, gar schnurrig: Es war mal ein Kaiser; der Kaiser war kurrig; Auch war mal ein Abt, ein gar stattlicher Herr; Nur schade! sein Schäfer war klüger, als er.“ Gottfried August Bürger: „Der Kaiser und der Abt“ „Ammenmärchen, im Ammenton erzählt, mögen sich durch mündliche Überliefe- rung fortpflanzen; aber gedruckt müssen sie nicht werden.“ Christoph Martin Wieland: Vorrede zu „Dschinnistan oder Auserlesene Feen- und Geistermärchen“ 112 „O! nimmer will ich seinen Glauben schelten An der Gestirne, an der Geister Macht. Nicht bloß der S t o l z des Menschen füllt den Raum Mit Geistern, mit geheimnisvollen...

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