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Deutsche Sprache im Wandel

Kleine Schriften zur Sprachgeschichte

Werner Besch

In seiner gesamten wissenschaftlichen Laufbahn hat sich Werner Besch immer wieder aus ganz verschiedenen Perspektiven und unter immer neuen Fragestellungen mit strukturellen und soziolinguistischen Aspekten von Variation und Wandel der deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart beschäftigt. Zu seinem 75. Geburtstag versammelt der vorliegende Band 25 seiner wichtigsten Aufsätze aus diesem zentralen Themenbereich, mit denen er der germanistischen Sprachwissenschaft seit den 60er Jahren Wege gewiesen hat.

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"... und überhaupt die ganze Schreibart nach dem nun einmal in ganz Deutschland angenommenen Sprachgebrauche einzurichten." (1990) 285

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" ... und iiberhaupt die ganze Schreibart nach dem nun einmal in ganz Deutschland angenommenen Sprachgebrauche einzurichten." (Zurcher Bihel 1772) Die Entstehung, Ausformung und schlieBliche Fixierung der neuhochdeut- schen Schriftsprache ist ein langwieriger ProzeB und laBt sich daher nur pha- senweise heschreihen. Man kann groh eine Phase der Grundlegung, eine Phase des weiteren Aushaus und schlieBlich eine Phase der ahschlieBenden Bereini- gung im 18. Jahrhundert, vomehmlich nach ostmitteldeutschem Muster, anset- zen. Mit den Phasen andem sich z. T. die Aufgahen, die Einzugshereiche, die rnitwirkenden Krafte. Die Beschreihung des Gesamtahlaufs wird also entspre- chend differenziert gehalten sein mussen. 1 In diesem Beitrag, mit dem ich in hescheidener Form Johannes Erhen fur elf Jahre erfreulicher und fruchtharer Zusammenarheit in Bonn danken mochte, soli jene SchluBphase im 18. Jahrhundert in das Blickfeld treten. lhre Benen- nung als 'Phase der ahschlieBenden Bereinigung' hat den Status eines vorlaufi- gen Arheitshegriffs, his wir mehr Material- und Mentalitatswissen uher die da- ma1igen Vorgange in Osterreich, in Bayem, in der deutschsprachigen Schweiz und sonstigen Gehieten hahen, die durch konfessioneile und/oder territoriale Ei- genpragung his dahin noch eine gewisse Eigenvariante des neuhochdeutschen Schrifttypus pflegten. Eine Vorrede zu einem Neudruck der Zurcher Bihel aus dem Jahre 1772 soil unser Augenmerk auf die deutschsprachige Schweiz, genauer auf Zurich, lenken. Die Zurcher Bihel darf von den Anfangen der Reformation an eine re- spektahle Eigenstandigkeit gegenuher der 'Lutherhihel' heanspruchen. Das gilt sowohl hinsichtlich der theologischen Grundlagenarbeit als auch der sprachli- chen Gestalt. Zudem gibt sie fur lange Zeit auch so etwas wie ein Muster ftir...

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