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Gesellschaftlicher Wandel – wohin?

Innovative Entwicklungen in den Sozialwissenschaften. Regional, international- Festschrift für Erika Steinert

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Edited By Gisela Thiele

Die Buchbeiträge dieses Bandes sind dem Thema des sozialen Wandels verpflichtet. Im Kapitel «Kulturelle Aspekte des Wandels» geht es um Jugendliche und Pornografie und um das deutsche Erbe in der polnischen Kultur Schlesiens; im Kapitel «Soziale Arbeit – soziale Integration im Wandel» um indigenisierte Soziale Arbeit, integrative Ansätze in der Dementen-Betreuung, Behinderte in Russland und Inhaftierte in US-amerikanischen Gefängnissen sowie ältere Menschen und deren Partizipationsmöglichkeiten in der offenen Altenarbeit im Vergleich zwischen ostsächsischen und US-amerikanischen Einrichtungen. Im Kapitel «Sozialstaat, Rechtsstaat und Gesellschaft im Wandel» wird kommunale Hilfeplanung kritisch beleuchtet, das Grundeinkommen als Menschenrecht diskutiert, Ansätze postsozialistischen Aufbaus der Gesellschaft in Rumänien beschrieben sowie ein Modell der Simulation regionaler Entwicklungsprozesse vorgelegt.

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Kulturelle Aspekte im Wandel

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Verbreitung, Konsum und Wirkung von Pornografie bei Jugendlichen nach der Jahrtausendwende Norbert Zillich In einer repräsentativen nationalen Stichprobe aus dem Jahre 2002 gaben 89,9% der norwegischen Bevölkerung an, Kontakt zu Pornografie gehabt zu haben. 87,9% der Männer und 62,9% der Frauen hatten Pornomagazine betrachtet, 77,2% der Männer und 55% der Frauen Pornofilme gesehen (vgl. Træen et al. 2004, S. 195). Im Rahmen des sexuellen Wandels seit den 60er Jahren ist die Verfügbarkeit von Pornografie einerseits ein Ausdruck von Liberalisierung ge- worden, andererseits ein kontroverses Thema gesellschaftspolitischer - beson- ders auch geschlechterpolitischer - Debatte geblieben. Bis zum Aufkommen des Internet um die Jahrtausendwende waren Produktion, Verbreitung und Konsum von Pornografie weitgehend beschränkt auf Erwachsene. Drei Merkmale des Internet ermöglichen seitdem jedoch auch Jugendlichen einen leichten Zugang: Accessibility, die Erreichbarkeit von Webseiten rund um die Uhr, Affordability, keine bis geringe Kosten, und Anonymity, die Herabsetzung von Hemmschwel- len (vgl. Cooper 1998; in: Döring 2009, S. 1092). Publizisten und Forscher hy- postasieren deshalb gewiss etwas vorschnell, generalisierend und etikettierend eine „Generation Porno“ (vgl. z.B. Knudsen et al. 2007; Gernert 2010). Ein zentraler Befund inzwischen zahlreich erschienener quantitativer und qualitati- ver Studien zum Konsum von Pornografie unter Jugendlichen und möglicher Folgen stellt verglichen mit anderen soziodemographischen Merkmalen wie Al- ter oder Schicht die durchgängige Bedeutung geschlechtsspezifischer Unter- schiede dar. Deshalb geht dieser Beitrag nach einleitenden Bemerkungen unter diesem Hauptblickwinkel den Untersuchungsbereichen Verbreitung und Zu- gang, Rahmenbedingungen des Konsums sowie...

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