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Schnittstellen

Modelle für einen filmintegrativen Literaturunterricht

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Matthias Schönleber

Ziel dieser Arbeit ist es, Berührungspunkte von Buch und Film zu beschreiben und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sich diese Schnittstellen in didaktischen Arrangements operationalisieren lassen. Hierzu werden filmwissenschaftliche Zugriffe auf ihre Kompatibilität mit literaturwissenschaftlichen Methoden geprüft, um ein Kategoriensystem zu entwickeln, das beiden Medienformaten gerecht wird. Eine systematische Darstellung aktueller Ansätze der filmorientierten Deutschdidaktik und der Entwurf eines filmintegrativen Deutschunterrichts bilden den Schwerpunkt der Arbeit. Es werden Unterrichtsmodelle dargestellt, die zentrale Aspekte dieses filmintegrativen Deutschunterrichts veranschaulichen.

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2 Der Film im medienerzieherischen und deutschdidaktischen Diskurs - historische Entwicklungslinien

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2.1 Bewahrpädagogische Kontroll-Orientierung – Die Kinodebatte Anfang des 20. Jahrhunderts Die künstlerische Wertschätzung, die dem Film mittlerweile entgegengebracht wird, hat die- ses Medium nicht von Anfang an für sich in Anspruch nehmen dürfen. Spricht man heute bisweilen von der ‚vierten Großgattung’ neben Epik, Lyrik und Dramatik oder möchte sogar den bekannten neun Musen eine zehnte – die des Films – hinzufügen18, so sah man zur Ent- stehungszeit des Kinos an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert erhebliche Risiken und Gefährdungen in den bewegten Bildern. 2.1.1 Das Kino als Bedrohung Als Jahrmarktbelustigung oder Kneipenvergnügen haftete den Kinematographenvorstellungen etwas Verruchtes und Bedenkliches an, das schon früh den Jugendschutz auf den Plan rief. Die Vorstellung, dass im Dunkel der Kinosäle Jugendliche beiderlei Geschlechts sich einan- der unbeobachtet nähern konnten, musste bei Bildungsvereinen, Lehrerverbänden und Sitt- lichkeitsvereinen Bedenken hervorrufen: „Drei Viertelstunde saß ich als einziger Erwachsener in dem durch wenige Lampen erhellten Raum mit Dutzenden von Mädchen und Knaben, die sich ungestört unter- hielten, ohne dass jemand vom Personal auch nur den Kopf hereingesteckt hätte. Da bin ich mir klar geworden, dass es für diese Schulkinder keine Geheimnisse mehr gibt und dass jedes Kind, das mit dieser Horde in Verbindung kommt, nach wenigen Besuchen verdorben wird.“ 19 Die Kinder und Jugendlichen, die sich dem „pädagogischen Schonraum“20 entzogen, schränk- ten somit den Einfluss der Pädagogen ein. VOLLBRECHT (2001) sieht darin einen Hauptgrund für die...

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