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Familienmediation bei Trennung / Scheidung von Eltern

Ein Kann, ein Soll, ein Muss?

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Angelika Peschke

Trennung und Scheidung der Eltern gehören inzwischen zur Lebenswirklichkeit vieler Kinder. Ausgehend von den Erkenntnissen der Scheidungsforschung wird dargestellt, dass es dem Recht oft nicht gelingt, das für das Kind Beste zu erreichen. Mediation ist eine hilfreiche Alternative. Trennungspaare sind aber häufig in einem sich selbst hemmenden System gefangen, das ihnen die freiwillige Entscheidung zur Mediation unmöglich macht. Deshalb werden verschiedene Anknüpfungspunkte für eine Verpflichtung zum Mediationsversuch auf ihre verfassungsrechtliche Zulässigkeit geprüft und ihre konkrete Implementierung im FamFG vorgeschlagen. Ergänzend werden die Entwicklungen durch das Mediationsgesetz einbezogen und weiterer Handlungsbedarf (z. B. in Form von Mediationskostenhilfe) aufgezeigt.

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A. Einleitung

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13 Einleitung Das Recht hat den Menschen zu dienen, denn es ist nicht um seiner selbst willen, sondern für sie geschaffen. Es hat dabei eine Balance zwischen den oft sehr unterschiedlichen Interessen und Bedürfnissen herzustellen, den Freiheitsan- spruch des Einzelnen zu achten und gleichzeitig den Schutz des Schwächeren zu gewährleisten, und es muss vor allem auch den gesellschaftlichen Entwick- lungen Rechnung tragen. Im Familienrecht hatte der Gesetzgeber in den letzten Jahrzehnten auf sich sehr schnell wandelnde gesellschaftliche Verhältnisse und Grundhaltungen zu reagieren. Eine der wesentlichen Veränderungen, die hohe Anforderungen an die Beteiligten, aber auch an die Gesetzgebung gestellt hat und noch immer stellt, ist darin zu sehen, dass viele Ehen nicht mehr ein Leben lang bestehen, sondern Trennung und Scheidung inzwischen zur Lebenswirklichkeit vieler Paare und ihrer Kinder gehören. Die Zahl der Ehescheidungen ist seit Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen, erst- malig ab 2004 kann eine leichte Abnahme verzeichnet werden,1 die aber mögli- cher Weise auf die gleichzeitige Abnahme der Eheschließungen zurückzuführen sein könnte. Trotz leichten Rückgangs wurden im Jahr 2010 immerhin noch gut 187.000 Ehen in Deutschland geschieden, von denen knapp die Hälfte Kinder unter 18 Jahren hatte.2 Damit waren allein im Jahr 2010 145.146 minderjährige Kinder von der Scheidung ihrer Eltern betroffen.3 Nicht erfasst sind hier die Kinder, deren Eltern in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft lebten und sich getrennt haben. Deren Zahl ist statistisch nicht belegt. Durch Trennung und Scheidung geraten viele Familien in eine...

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