Show Less

Familienmediation bei Trennung / Scheidung von Eltern

Ein Kann, ein Soll, ein Muss?

Series:

Angelika Peschke

Trennung und Scheidung der Eltern gehören inzwischen zur Lebenswirklichkeit vieler Kinder. Ausgehend von den Erkenntnissen der Scheidungsforschung wird dargestellt, dass es dem Recht oft nicht gelingt, das für das Kind Beste zu erreichen. Mediation ist eine hilfreiche Alternative. Trennungspaare sind aber häufig in einem sich selbst hemmenden System gefangen, das ihnen die freiwillige Entscheidung zur Mediation unmöglich macht. Deshalb werden verschiedene Anknüpfungspunkte für eine Verpflichtung zum Mediationsversuch auf ihre verfassungsrechtliche Zulässigkeit geprüft und ihre konkrete Implementierung im FamFG vorgeschlagen. Ergänzend werden die Entwicklungen durch das Mediationsgesetz einbezogen und weiterer Handlungsbedarf (z. B. in Form von Mediationskostenhilfe) aufgezeigt.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

B. Hauptteil

Extract

I. Tatsächliche, psychische und rechtliche Situation von Trennungskindern Um die Frage beantworten zu können, ob und ggf. in welcher Form Handlungsbe- darf für den Gesetzgeber besteht, soll zunächst untersucht werden, welche Risi- ken für die kindliche Entwicklung mit der Trennung der Eltern verbunden sein können und wie das Recht den in der Scheidungsforschung gewonnenen Erkennt- nissen Rechnung trägt. Im nächsten Schritt ist dann zu klären, ob die Möglich- keiten, die dem Recht zur Verfügung stehen, ausreichen, um das Wohl der Kinder bestmöglich zu schützen oder ob es an Grenzen gelangt, die die Etablierung von Alternativen erforderlich machen. 1. Die Lebenssituation von Kindern während und nach der Trennung der Eltern – Erkenntnisse der Scheidungsforschung – Wie nun ist sie, die Lebenssituation – tatsächlich und seelisch – von Kindern, deren Eltern sich trennen oder getrennt haben? Welche Erfahrungen machen sie, welche Ängste haben sie und was prägt sie? Was hilft ihnen in dieser Situation und welche Faktoren wirken sich zusätzlich negativ aus? Befasst man sich mit der Literatur zur Scheidungsforschung, so ist zunächst festzustellen, dass diese in den USA wegen des dort deutlich früher eingesetzten drastischen Anstiegs der Scheidungsraten eine erheblich längere „Tradition“ hat als in Deutschland.13 Auch die Möglichkeit der Beibehaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge nach der Scheidung wurde dort bereits in den siebziger Jahren eingeführt. Dementsprechend stammt die ganz überwiegende Zahl der Studien aus den USA. Dies gilt in ganz besonderem Ma...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.