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Psychological Contracting

Rationalisierung des Entstehungsprozesses psychologischer Arbeitsverträge – eine darwiportunistische Analyse

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Janina Volmer

Das von der Autorin entwickelte Prozessmodell zur Entstehung psychologischer Arbeitsverträge rückt nicht nur die Interaktionsbeziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter in den Mittelpunkt der Betrachtung, sondern bezieht zugleich den verstärkten Wandel der Arbeitswelt, verstanden als «Darwiportunismus», mit ein. Mit diesem Modell wird die theoretische Basis zur Bildung situativ differenzierter psychologischer Arbeitsverträge gelegt. Zudem wird durch Identifikation von Maßnahmen zur Rationalisierung dieses Prozesses anhand einer Delphi-Studie die Handlungsfähigkeit in der aktiven Gestaltung psychologischer Arbeitsverträge für Unternehmen ermöglicht, so dass Wissenschaft und Unternehmen gleichermaßen von dem hier Entwickelten profitieren können.

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4 Entwicklung des darwiportunistisch differenzierten Entstehungsprozesses psychologischer Arbeitsverträge

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4.1 Darwiportunistisch differenzierte Analyse des Entstehungsprozesses psychologischer Arbeitsverträge 4.1.1 Darwiportunistisch differenzierte Analyse der Phase der Erwartungsbildung Wie bereits in Kapitel 2.1.1.1 aufgezeigt wurde, ist die Relevanz von Erwartun­ gen als Bestandteil psychologischer Arbeitsverträge in der wissenschaftlichen Literatur umstritten: Während frühe Forschungsarbeiten sich auf die Erwartun­ gen als Grundlage dieser Verträge berufen, stellen spätere Veröffentlichungen eher Versprechen und Verpflichtungen in den Mittelpunkt der Betrachtung.825 Da Erwartungen allerdings überhaupt erst Verhalten, Handlungen und Entschei­ dungen ermöglichen,826 werden sie in dieser Ausarbeitung als Basis für die Bil­ dung und das Eingehen von Versprechen und Verpflichtungen angesehen. So versuchen auch in psychologischen Arbeitsverträgen Akteure durch die Bildung antizipativer Erwartungen die Unsicherheit der Arbeitsbeziehung in der Zukunft zu reduzieren.827 Beeinflusst wird dieser Prozess ebenfalls durch vorhandene normative Erwartungen. Folglich entspricht auch deren Bildung der ersten Stufe der Entstehung psy­ chologischer Arbeitsverträge.828 Dieses geschieht anfänglich bereits vor dem Erstkontakt mit dem Unternehmen. Vertieft und spezifiziert werden Erwartun­ gen dann im Einstellungsgespräch. Auf der einen Seite bildet die Führungskraft in Zusammenarbeit mit der Personalabteilung Erwartungen über die gewünsch­ ten Leistungen des potenziellen Mitarbeiters; im Speziellen, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten für die spezifische Tätigkeit vorhanden sein müssen und wel­ ches Profil der Mitarbeiter aufweisen muss, um in das Unternehmen zu passen. Gleichzeitig entstehen allerdings ebenso eigene Leistungserwartungen, die ent­ sprechend als Gegenleistung fungieren. 825 vgl. für einen Überblick über die Diskussion Conway/Briner (2005). 826 vgl. Lehneis (1971)...

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