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Makrostrukturen der Argumentation im Deutschen, Französischen und Italienischen

Mit einem Vorwort von Oswald Ducrot

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Vahram Atayan

Argumentation ist ein zentraler Bestandteil der menschlichen Kommunikationsfähigkeit und der sprachlichen Kompetenz. In der Regel entstehen in den realen monologischen und dialogischen Kommunikationsvorgängen komplexe argumentative Strukturen, die über die einfachen Argument-Konklusion-Verbindungen hinausgehen. In der Studie werden solche argumentative Makrostrukturen aus textlinguistischer und pragmatischer Perspektive ausführlich beschrieben und klassifiziert sowie anhand von authentischem Textmaterial auf ihre Verbalisierungs- und Signalisierungsmittel im Deutschen, Französischen und Italienischen hin untersucht. Insbesondere werden dabei neben koordinierten und subordinierten Argumentationen auch Verfahren der Argumentationsverstärkung und -abschwächung sowie der Suggestion der Unstrittigkeit analysiert, die eine Feinjustierung der Argumentation vor allem in den monologischen Texten erlauben.

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2. Makrostrukturen der Argumentation

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In diesem Kapitel sollen einerseits die bestehenden Forschungsergebnisse bezüg- lich argumentativer Makrostrukturen dargestellt und im Hinblick auf ihre Brauch- barkeit für die Zwecke der vorliegenden Untersuchung bewertet werden, anderer- seits soll hier ein Modell für diese Studie entwickelt und begründet sowie einige weitere methodische Fragen geklärt werden. Hierbei werden die Forschungsansät- ze nach zwei Kriterien ausgewählt: Zum einen sollen diejenigen Untersuchungen besprochen werden, die den Anspruch erheben, Makrostrukturen der Argumen- tation zu erforschen. Dabei werden auch solche Theorien berücksichtigt, bei de- nen die zugrundeliegenden minimalen Modelle aus der Sicht der bereits formu- lierten Arbeitsdefinition der Argumentation als makroskopisch anzusehen sind: Zum anderen sollen aber auch linguistische Arbeiten miteinbezogen werden, in denen argumentative Makrostrukturen als semantisch-pragmatische Beschrei- bungs- und Erklärungskategorien Anwendung finden. 2.1 Strukturen sprachlich-kommunikativer Handlungen und Makrostrukturen der Argumentation Im ersten Kapitel sind argumentative Makrostrukturen als Verknüpfungen mini- maler Argumentationen definiert worden. Offensichtlich präsupponiert eine Ma- krostruktur grundsätzlich die Existenz einer Grund- oder Mikrostruktur (van Dijk 1980: 13). Deren Bestimmung ist wiederum davon abhängig, unter welchen As- pekten komplexe Phänomene — wie z.B. Sequenzen sprachlicher Zeichen in der Kommunikation — betrachtet werden. Die Notwendigkeit, diese Komplexität zu erfassen, erklärt den breiten Einsatz modularistisch geprägter Theorien in der Sprachwissenschaft: Die Erkennung einzelner Teilsysteme mit eigenen Einheiten, Strukturen und Regeln bietet die Möglichkeit, Gesetzmäßigkeiten eines kom- plexen Phänomens aufzudecken. Das Phänomen Argumentation kann sowohl als ein selbständiges Modul der sprachlichen Kommunikation als...

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