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Makrostrukturen der Argumentation im Deutschen, Französischen und Italienischen

Mit einem Vorwort von Oswald Ducrot

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Vahram Atayan

Argumentation ist ein zentraler Bestandteil der menschlichen Kommunikationsfähigkeit und der sprachlichen Kompetenz. In der Regel entstehen in den realen monologischen und dialogischen Kommunikationsvorgängen komplexe argumentative Strukturen, die über die einfachen Argument-Konklusion-Verbindungen hinausgehen. In der Studie werden solche argumentative Makrostrukturen aus textlinguistischer und pragmatischer Perspektive ausführlich beschrieben und klassifiziert sowie anhand von authentischem Textmaterial auf ihre Verbalisierungs- und Signalisierungsmittel im Deutschen, Französischen und Italienischen hin untersucht. Insbesondere werden dabei neben koordinierten und subordinierten Argumentationen auch Verfahren der Argumentationsverstärkung und -abschwächung sowie der Suggestion der Unstrittigkeit analysiert, die eine Feinjustierung der Argumentation vor allem in den monologischen Texten erlauben.

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3. Sprachliche Handlungen und Argumentation

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3.1 Kommunikative Handlungen Die Arbeitsdefinition der minimalen Argumentation, die aufgrund der Diskussion in Kapitel 1 dieser Untersuchung zugrundegelegt werden soll, greift auf den Begriff der kommunikativen Handlung zurück. Diese Definition bleibt nicht auf sprach- liche Handlungen beschränkt, weil intuitiv plausibel als Argumentationen zu in- terpretierende Handlungssequenzen (vgl. Beispiele 2a — 2d in Unterkapitel 1.7) auch aus rein mimogestuellen Handlungen bestehen können. Für die Bestimmung der sprachlichen Mittel, die für die Realisierung argumentativer Makrostruktu- ren verwendet werden, sind jedoch v.a. die Handlungssequenzen der monologi- schen Kommunikation besser geeignet (vgl. Unterkapitel 2.3.1). Gerade in sol- chen kommunikativen Situationen sind aber die Möglichkeiten der Verwendung mimogestueller Ersatzhandlungen eingeschränkt, so daß sprachlich realisierten Kommunikationshandlungen bei der Konstitution von Argumentationen eine größere Rolle zukommt. Daher sollen solche Handlungen auch im Mittelpunkt dieses Kapitel stehen. 3.2 Die Handlungsdimension der Sprache 3.2.1 Zu den Dimensionen der Sprache Für die Analyse der sprachlichen Mittel, die zur Realisierung sprachlich-kom- munikativer Handlungen im allgemeinen und argumentativer Sequenzen im be- sonderen verwendet werden können, soll die Handlungsdimension zunächst in Relation zu den anderen Dimensionen der Sprache gestellt werden. Hierbei geht es darum zu bestimmen, welche Merkmale des Phänomens Sprache als zentral und konstitutiv für die Theoriebildung in der vorliegenden Untersuchung anzu- sehen sind. Hier lassen sich drei Grundoptionen unterscheiden, die in verschiede- nen Modellen unterschiedlich miteinander kombiniert sein können. Einerseits kann die Erforschung der Sprache die Frage nach der funktionalen Seite aus- klammern und die strukturelle Dimension in...

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